Donnerstag, 25. Januar 2018

Karneval des Rollenspiels [Januar 2018]: Anfänge und Übergänge

Auch beim Karneval möchte ich endlich wieder mitmischen. Das war im letzten Jahr oft recht schwierig, weil ich viele andere Dinge im Kopf hatte und daher nur wenig Zeit, mich mit diesen doch etwas mehr Gedanken erfordernden Anregungen auseinanderzusetzen. Doch jetzt ist mein Kopf endlich frei und hat auch gleich ein paar Ideen durch die Vorschläge der Themenersteller bekommen.


Anfänge und Übergänge

Anfangen tut es immer mit der Bildung einer Gruppe. Als ich mit meinem Studium anfing, war das kein Problem: Jemand schrieb aufs Schwarze Brett der Uni, dass er eine Gruppe sucht und innerhalb eines Tages hatten wir sie zusammen. Doch auch in einer Gruppe gibt es Veränderungen und Übergänge. Vorlesungen, Hausarbeiten und Klausuren bestimmen den Zeitalltag und je weiter das Studium voranschreitet, desto weniger Zeit fand man für die Gruppe. Auch die unterschiedlichen Einstellungen der Spieler zeigen sich erst mit der Zeit. Man lebte mit den Uneinigkeiten, testete verschiedene Systeme, doch letztendlich fand die gemeinsame Zeit ein Ende. Ein wenig schade, aber vielleicht auch gut. Es ließ Platz für Veränderungen - die auch nötig waren, denn sonst wäre ich nie vorangekommen mit Black Oracle oder in Bezug auf verschiedene Systeme.

Und es ließ Platz für neue Gruppen. Eine Zeit lang spielte ich per Skype mit der Gruppe meiner besten Freundin, damals noch wohnhaft in Greifswald, also weit, weit weg von mir. Es war schön und machte Spaß, vor allem der Charakter, aber zu dem komme ich später. Wir begannen mit Shadowrun, hörten nach einer Weile auf und begannen ein Legend of the five Rings Duo. Übergänge: Einfach ein paar Personen von vorher rausgestrichen, der Kern der Besetzung blieb. Aber auch hier kam irgendwann das Studium dazwischen. Abschlussstress. Keine Zeit mehr. Lange Zeit keine Runden.

Für neue Anfänge hilft in solchen Fällen auch mal die Spielerzentrale. Etwa ein- bis zweimal im Jahr bekam ich dort die Chance, in eine neue Runde einzusteigen und so begann bald darauf meine superliebe DSA Runde. Ich mag euch alle, auch wenn wir uns nicht mehr alle immer sehen! Jedenfalls war ich schon ein bisschen dabei, als ein Neuer dazukam. Und hier nahm eine ganz andere Geschichte ihren Anfang, denn den habe ich mir eine Weile darauf geangelt. Das ist jetzt 2,5 Jahre her und wir sind immer noch zusammen.

Übrigens hat man als Pärchen in derselben Rollenspielgruppe eine ziemlich schwierige Rolle. Man soll ja das Spiel nicht mit Rumgeturtele oder seinen Streitigkeiten stören. Zu Anfang ging das recht gut. Dann kam die Veränderung, wenn man sich etwas näher kennen gelernt hat und beginnt, den Partner nicht mehr ganz so sehr mit Samthandschuhen anzufassen. Da ist er mir in zwei Brettspielrunden so stark auf die Nerven gegangen, dass ich leider die Beherrschung verloren und zurückgeschnauzt habe, was dann für etwas gedrückte Stimmung am Spieltisch gesorgt hat. Nach dem zweiten Mal hat er dann aber wohl verstanden, wo die Grenze ist und seitdem läuft es auch wieder. Man verändert sich eben und lernt.

Mein Freund ist irgendwann aus der DSA Runde ausgestiegen und hat wieder sein eigenes Ding gemacht, ich bin noch geblieben, bis wir auf DSA 5 umgestellt haben. Seitdem hat sich eine neue, wöchentlich stattfindende Runde etabliert, in der wir größtenteils Cthulhu gespielt haben, aber auch Unknown Armies und ein paar andere Kleinigkeiten, aktuell eben KD:M. Einer der Jungs aus der DSA Runde hat sich dabei ebenfalls als festes Mitglied dieser Gruppe etabliert, neben der alten DSA Runde. Mittlerweile ist diese beendet und er leitet für die Gruppe inklusive einiger neuer Spielerinnen die G7. Eine der Damen von dort war übrigens in besagter erster Runde von mir, die sich über das Schwarze Brett kennengelernt hat. So findet sich irgendwie alles wieder.

Anfänge und Übergänge findet man aber nicht nur in der Planung und Findung von Rollenspielgruppen. Fast genauso wichtig sind diese Punkte in Bezug auf die Charaktere. Am Anfang steht dabei der Gedanke, die Idee, vielleicht ein Bild. Ich habe es oft gehabt, dass ich mir die Charaktererschaffung durchlese und dabei langsam der Charakter entsteht, weil ich die Dinge, die mir gefallen, nach und nach zusammen puzzle. Manchmal stehen einem die Regeln dabei im Weg, weil ein paar Punkte fehlen, um genau das zu erschaffen, was man sich vorstellt, aber irgendwie kann man auch damit arbeiten. Ist ein Charakter erst einmal erschaffen, wird er auch nicht für immer so bleiben, wie er gemacht wurde. Ob es nun die Stats sind, die sich verändern, die Stability oder der gesamte Charakter... Im Laufe eines Spiels können Dinge geschehen, die den Charakter verändern können. Sie können ihn stärker machen, ihn seine Überzeugungen hinterfragen lassen und ihn vielleicht sogar dazu bringen, seine Gefährten zu hintergehen. Je nach Kampagne und Spieler werden solche Veränderungen mehr oder weniger stark vorgenommen. Manch ein Charakter scheint sich niemals zu verändern und auch mir fällt es oft schwer, solche Dinge darzustellen.

Daher mal mein Lieblingsbeispiel, den Charakter, bei dem mir dieser Wandel gut gelungen ist, obwohl er nicht lange gespielt wurde: Ghost, mein Shadowrunner. Anfangs ein mürrischer Haudrauf, der seine Gruppe nicht wirklich mochte und nur wegen des Geldes mitgemacht hat. Nach kurzer Zeit begann er jedoch, die vakante Führungsposition einzunehmen, da außer ihm niemand diese Position füllte. Der Fehlschlag der Mission allerdings ließ ihn in ein tiefes Loch der Depression stürzen. Es wäre sicher spannend geworden, wie es mit ihm weitergegangen wäre, hätten wir die Runde hier nicht abgebrochen. Stattdessen fingen wir wie erwähnt L5R an, wo mein Charakter ebenfalls eine interessante Entwicklung vom sozial unbeholfenen, wortkargen Yojimbo zu einem gefestigten und sogar künstlerisch begabten Krieger durchmachte.

Anfänge und Übergänge bzw. Veränderungen findet man gewiss noch in vielen anderen Bereichen des Rollenspiels. Aber zu lang wollte ich diesen Bericht ja auch nicht machen und diese beiden Faktoren waren die ersten, die mir eingefallen sind. Bei mir hat sich viel getan, ich habe viele Gruppen kennengelernt und habe mich dadurch selbst ebenfalls verändert. Und auch hinter den Kulissen ist viel geschehen. Black Oracle hat sich von einem stinknormalen Fantasy RPG zu einem Asia-Setting entwickelt, die Regeln stehen endlich nahezu endgültig und ich versuche nur noch, meine Künstler anzutreiben, mal was zu produzieren, damit ich endlich anfangen kann, in die nächste Phase überzugehen. Irgendwann soll das Werk ja schließlich auf Kickstarter landen (das ist zumindest mein Wunsch und Plan, ob der was wird...).

1 Kommentar:

  1. Danke für das Mitmachen beim Karneval! :)

    Schön zu sehen, wie du dir das Hobby über alle Zeiten und alle Lebenslagen hindurch bewahren konntest und sogar deinen Freund darüber kennengelernt hast!
    Und für dein Black Oracle wünsche ich dir von Herzen viel Erfolg!

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