Montag, 2. Mai 2016

Von Bauern verraten

Gerade aus dem Wald getreten, flattert eine Brieftaube auf Sakura zu. So erhält sie die Nachricht von Kitzu Mao, sie solle doch bitte einem jungen Mitglied der Maofamilie in der Hauptstadt Yikotoma bei einem Fall helfen. Ein Abgeordneter würde sie abholen. Tatsächlich dauert es nicht lange bis dieser zusammen mit zwei begleitenden Wachen erscheint.

Er weiht die Gruppe in die Aufgabe ein: In und um die Hauptstadt sind in den letzten Wochen ungewöhnlich viele Wirrlicher aufgetaucht (wenn ein Magier patzt, besteht die Chance, dass eines entsteht. Sie sind ziemlich nervig, da sie Zustände wie Blindheit, Brand, usw. verursachen). Masuyo bedankt sich steif bei der Gruppe, schaut dann Li Jiebo skeptisch an und meint dann: "Auf wiedersehen." Der Rest ist verwirrt und als der Imani erklärt, er wäre doch mit dabei, zuckt Masuyo nur mit den Schultern und führt die Gruppe zur Hauptstadt.

Auf dem Weg kommen sie an einem ganz besonderen Wald vorbei: Dem Gläsernen Bambushain. Wie der Name schon vermuten lässt bestehen alle Pflanzen hier scheinbar aus Glas oder Kristall, verhalten sich aber wie ganz gewöhnliche Pflanzen. Tetsuya lässt es sich nicht nehmen, ein paar der Blätter mitzunehmen. Dann geht es in die Stadt und in den Klansbezirk, wo sie auf Shixhing Mao treffen, ein gerade 16 gewordener, arroganter Bursche, der seine Mutter vertreten muss und außer groß Reden zu schwingen alles den SC überlässt (nach der ersten Begegnung kam erstmal ein Oh Gott von den Spielern, was genau die Reaktion war, die ich erhofft hatte). Es werden also Informationen ausgegeben: Die ersten Wirrlichter wurden im Gläsernen Hain gesichtet, dann in den Bezirken der Bauern und neuerdings auch auf dem Marktplatz. Die Panik wächst, weshalb die Situation schnell gelöst werden muss. Und natürlich, bevor es ein anderer Klan tut, den Ruhm möchte Shixhing für sich. Nach einer kurzen Evaluation der Orte und der Reihenfolge der Erscheinungen beschließt man, sich zunächst auf dem Marktplatz umzuhören.

Hier ist Tetsuya sofort in seinem Element. Während die anderen sich bei den verschiedenen Händlern umhören, die in der Nähe des letzten Wirrlichts waren, erkennt der Weiberheld einen alten Bekannten in einer Nebengasse und gesellt sich zu ihm. Leider hat der auch nur wenige Informationen. Die anderen finden in dieser Zeit einen Brandfleck, der von dem Wirrlicht stammt. Darin entdecken sie neben jeder Menge Dreck noch ein paar verbrannte Stücke, die Asche sein könnten. Von was, das ist eine gute Frage. Direkt wird der nächste Alchemistenstand angesteuert. Ein junger Händler bietet sogleich seine Waren an: Schlafmittel, Liebestränke und mehr, nichts, was unser werter Priester braucht. Auf die Frage, was diese Rückstände sein könnten, weiß der Mann leider keine Antwort, riecht und schmeckt aber trotzdem mal dran. Tetsuya erfährt währenddessen, dass wohl ein Diener des Samusa-Klans, also der Polizei, neuerdings auch viele Fragen stellt. Dann kehrt er zu den anderen zurück, die sich gerade an die Schwester des Alchemisten wenden wollen, die sich in einem Laden in der Nähe befindet. Sie sind fast bei der Tür, als ein Lichtblitz aufflackert und ein neues Wirrlicht ganz in der Nähe auftaucht. Panisch fliehen die Bürger, während die Helden standhaft bleiben.

Nachdem sich die Lage etwas beruhigt hat, sehen sie nur noch ein paar wenige Leute, die vielleicht eingeschlafen sind oder bewusstlos wurden. Einer der Schlafenden ist ein rothaariger Mann in der Kleidung des Jain-Klans, die als Erfinder bekannt sind. Viele der Befragten hatten vermutet, dass die Wirrlichter deren schuld seien, es sei ja nicht das erste Mal, dass bei denen was schiefgeht. Diesen hier ignorieren die Charaktere, denn sie haben ein anderes Opfer im Visir: Eine junge Frau, die unbeschadet in einer Straße steht und das Chaos betrachtet. Tetsuya stürmt vor: "Stehen bleiben!" Sie blinzelt nur verwirrt, immerhin rennt sie gar nicht weg, auch wenn sie es vor diesen verrückten vielleicht tun sollte. Bei näherer Betrachtung stellt sich die Frau als zierlicher Wind-Imani heraus und dazu noch als Diener der Samusafamilie. Auf die Aufforderung, deren Ermittlungsstand mitzuteilen, grinst es nur spitzbübisch. "Für 100 Cari gebe ich Euch diese Informationen gerne." "200 und du sagst uns alles, was du weist", erwidert Masuyo. Jiebo liest währenddessen die Gedanken seines Artgenossen, findet aber nur heraus, dass der sich über den kleinen Zusatzverdienst ziemlich freut. Die Informationen: Man hat einen Jain im Verdacht, nicht nur für die Wirrlichter verantwortlich, sondern auch noch ein Spion aus Xa Luns Reich zu sein (dieses hat sich in einem Bürgerkrieg von Talai abgespalten, was zu einer andauernden Feindschaft geführt hat).

Nach dieser Begegnung zieht Shixhing los, um die Reste dieses Wirrlichts verwerten zu lassen, während die Gruppe zum Gläsernen Bambushain zieht, um dort nach weiteren Indizien zu suchen. Der Waldhüter kann hier von seiner Begegnung mit dem ersten Wirrlicht erzählen. Leider hat es ihn geblendet, aber er hat mit Sicherheit Schritte gehört, konnte sie nur leider nicht verfolgen. An dem Ort, wo das Ding aufgetreten ist, hat er eine zersplitterte Glasphiole gefunden. Sofort beginnt man zu spekulieren, noch mehr als ohnehin schon. Sind es gar ein oder mehrere Magier, die dies absichtlich tun oder einfach nur extrem unbegabt sind? Aber dafür ist die Rate zu hoch, normalerweise erschafft ein Magier einmal im Jahr ein Wirrlicht und zudem war an den Tatorten nie Magie spürbar, was aber eigentlich der Fall sein müsste. Oder ist es den Alchemisten tatsächlich gelungen, die Wesen künstlich herzustellen? Oder fangen sie sie nur ein und binden sie in diese Phiolen? Oder werden sie als Drogen missbraucht und der Täter berauscht sich an den Zuständen, die die Wirrlichter verursachen? Oder ist es gar so, dass der Täter ein drogenabhängiger Magier ist? Jiebos Theorie dazu: "Immer, wenn der high ist, boxt er ein Loch in die Realität." (Geilster Spruch ever! Wir haben herzlich gelacht!) Und dann entstünde eben ein Wirrlicht.

Tiefer im Wald finden sie dann eine verlassene Hütte, die aber neulich benutzt wurde wie es scheint. Tetsuya ist sich sicher: Hier hatvor zwei Generationen dieser verrückte Einsiedler gelebt, der glaubte, mit Pandabären sprechen zu können! Leise schleicht man sich an und durchsucht das Haus, doch niemand scheint dort zu sein. In der Feuerstelle findet Sakura die Reste einer Notiz: "... voller Erfolg ... Manokraut 5g kl., 50g gr., Imaniasche" Das ist alles, was noch lesbar ist. Ein Rezept, wie es scheint. Manokraut wird in der Alchemie recht häufig als Katalysator benutzt, weiß Hotaru. Und Imaniasche zu verwenden ist hochgradig verboten. Die Wesen verbrennen regelmäßig und stehen aus ihrer Asche wieder auf, doch wird diese währenddessen gestohlen, sterben sie. Die Verwendung ist also mit Mord gleichzusetzen. Alle außer Masuyo, der sich dadurch sehr unbeliebt macht, sind entsetzt.

Mittlerweile ist es sehr spät geworden und die Ermittler kehren zum Mao-Anwesen zurück. Shixhings Analyse hat ähnliche Resultate erbracht. Zudem hat er einen der Bestandteile als Ginsom identifizieren können, ein Kraut, welches sich gern als Unkraut auf den Feldern der Bauern breitmacht, aber bei Magiern als Rausch- ähm, Meditationskraut beliebt ist. Jiebo fühlt sich natürlich voll in seiner Theorie bestätigt. Da es jedoch spät ist, will man die Bauern erst morgen befragen. Man beschließt, abzuwarten und mehr Beweise zu sammeln, denn sonst kann Shixing gar nichts ausrichten. Und in das Anwesen der Jains einzudringen wäre zu gefährlich.

Nun schlägt Tetsuyas große Stunde. Er zieht noch einmal los und gesellt sich zu den Bauern, spielt ein paar Glücksspiele mit ihnen und verliert prompt 50 Cari an einen, der natürlich überglücklich ist. So viel Geld auf einmal! Überhaupt sei das Glück ihnen derzeit hold, erzählt er freudig. Neulich sei jemand gekommen, der habe ihnen das ganze Unkraut abgekauft, das GANZE! Wie der ausgesehen habe? Keine Ahnung, trug 'ne Kapuze. Die war aber braun. Ach, und der hatte rote Haare, die guckten da leicht drunter raus. Tetsuya bedankt sich und lädt den Mann ein, mit ihm ins Vergnügungsviertel zu kommen und das Geld auszugeben, doch der bleibt lieber hier bei seinen Kollegen.

Die Sache ist also klar. Am nächsten Morgen zieht das Trüppchen los und ertappt den guten Tao Chen Jain dabei, wie der gerade abhauen will. Vermutlich hat er von ihren Ermittlungen erfahren. In Panik erschafft er zwei Wirrlichter, indem er Phiolen auf den Boden wirft und versucht dann, wegzurennen. Leider bringt ihm das nicht viel, denn seine Verfolger strecken ihn mit dem Bogen nieder und setzen ihn fest. Ein Verhör und Lis Gedankenlesen enthüllen aber nicht viel, nur dass der Mann tatsächlich ein Süd-Talaisier ist. Dann liefern sie ihn aus.

Fazit: Sehr schöner Verlauf. Die Spieler fanden es toll, dass sie immer wieder dachten, sie hätten des Rätsels Lösung, dann aber wieder davon abkamen, nur um dann herauszufinden, dass ihre Gedanken vorher doch richtig waren. Die Zustände zu testen hat dagegen nicht so gut geklappt, aber das holen wir nochmal nach. Und zwar mit ein paar Verbesserungen. Schlaf war einfach zu spielbrechend und muss schlicht ersetzt werden.
Dass ausgerechnet der Bauer die Information über die Haarfarbe hatte, ist auch der Zeitnot geschuldet. Eigentlich sollte eine Bekannte von Tetsuya ihm die Informationen geben, die er sich mit einem mega Erfolg erwürfelt hatte, aber irgendwie sind wir nicht dazu gekommen.

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