Montag, 8. Mai 2017

Cthulhu: Das Heer der Verfluchten - Die Sache mit dem Essen...

Nach längerer Zeit der Oneshots haben wir nun endlich wieder eine Cthulhu-Kampagne begonnen. Dieses Mal ist es "Das Heer der Verfluchten" aus dem Cthulhu Kreuzzüge Band, einem Ergänzungsband zu Cthulhu Mittelalter. Mit leider etwas verkleinerter Runde begleiten wir nun also unsere 4 Charaktere auf dem ersten Kreuzzug und wohnen der Belagerung Antiochias bei. Wir erweitern das Abenteuer außerdem um die Traumlande, genauer gesagt um "Schrecken aus 1001 Nacht" aus dem Cthulhus Ruf Archiv #7. Ansonsten ist noch zu sagen, dass wir nach Nemesis spielen statt nach den Cthulhu-Regeln.


Die Charaktere


Marie von Rehburg: 17 Jahr, blondes Haar~. Die unverheiratete Grafentochter ist mit ihrem Bruder Konrad aufgebrochen, um vielleicht auf dem Kreuzzug einen edlen Ritter zu finden, der als Ehemann taugt. Leider starb ihr Bruder relativ früh, obwohl Marie und die Heiler alles versucht haben.

Otto von Gleiberg: Ein frommer Mönch, der zu jeder möglichen Gelegenheit aus der Bibel zitiert. Er ist der Ruhepol der Gruppe und findet meist zur rechten Zeit die richtigen Worte.

Lorentz von der Maas: Ein ehemaliger Raubritter, der entweder auf Sühne oder auf eigenes Land hofft. Er ist manchmal ein wenig heißblütig, schützt seine Gruppe aber auch mutig vor jeder Gefahr. Aus dem Vierergespann ist er der Einzige, der wirklich kämpfen kann.

Guy: Der französische Fleischer gehört mehr oder weniger zum Gefolge von Lorentz. Er ist etwas beleibter (noch) und für die Essenszubereitung zuständig. In Anbetracht der aktuellen Lage wird er aber möglicherweise sogar noch etwas Kämpfen von Lorentz lernen.

Die Geschichte

Es ist der 4.5.1098 im Heiligen Land. Unsere vier Streiter Gottes sind vor etwa zwei Wochen im Heerlager von Gottfried angekommen und haben sich eingelebt. Die Lage ist eher schlecht, Essen ist oft knapp und im Handelsposten sind die Preise sehr hoch. In der Hoffnung auf bessere Preise hat die Gruppe zusammen mit Bruder Richard, einem über 40jährigen Mönch, einen westlicher gelegenen Handelsposten aufgesucht, allerdings war das Ergebnis eher ernüchternd, denn dieser war nicht zufriedenstellend ausgestattet. Zumindest für die nächsten 2-3 Tage hat man Essen erstehen können. Nun ist man auf dem Rückweg, doch der Weg ist lang und die Nacht bricht allmählich an. So schlägt man in der Wüste ein Lager für die Nacht auf und Marie gibt erst einmal eine Geschichte aus 1001 Nacht zum Besten. Anschließend wird gebetet und Bruder Richard entschuldigt sich mehrfach für die vergeben Mühe des Ausflugs. Die anderen nehmen es nicht so schwer, man konnte es ja nicht wissen. Während sich nun Bruder Richard und Marie zur Ruhe begeben, teilen die drei übrigen Männer die Wachen ein. Guy soll beginnen, schläft aber nach guten zwei Stunden ein...

Lautes Hufgetrappel weckt die Gruppe. Die Sonne brennt heiß auf sie herab, viel zu heiß für den frühen Morgen. Schon befürchtet man einen Angriff, doch noch sind nirgendwo Reiter zu sehen. Dafür bemerkt Marie, dass Richard nicht da ist, es fehlt aber auch jede Spur, die auf sein Verbleiben hindeuten würde. Die Männer entdecken derweil eine Staubwolke in etwa 2km Entfernung, von der das Geräusch auszugehen scheint. Seltsam, dass die Geräusche so laut erklingen. Statt jedoch auf die Ankunft der möglichen Angreifer zu warten, beschließt man, lieber den Rückzug anzutreten. Doch dort, wo Antiochia sein sollte, steht plötzlich eine riesige Stadt, deren Mauern scheinbar hunderte Meter in die Höhe aufragen. Goldene Kuppeldächer strahlen in der Sonne und man hört Personen auf dem Basar feilschen, obwohl die Stadt noch viel zu weit entfernt ist. "Das ist wie in meiner Geschichte! Bestimmt träumen wir gerade meine Geschichte!", meint Marie aufgeregt. Lorentz überprüft diese These ganz einfach, indem er sich kneift - und aufwacht.

Als der Ritter erwacht, hört er ganz in der Nähe Reiter. Nun erwachen auch die anderen nach und nach und Marie hört einen Schrei von der anderen Seite der Sanddüne, hinter der die Gruppe rastet. Auch Richard ist wieder da, wo er sein sollte. Vorsichtig erklimmen Lorentz und Guy die Düne und sehen dahinter, wie drei Europäer - Franzosen, wie sich später herausstellt - von vier berittenen Seldschuken angegriffen werden. Mit einem Schrei prescht der Ritter vor und bringt eines der Pferde mit einem einzigen Hieb seines Zweihänders zu Fall. Der Reiter fällt herunter und Guy stürzt sich auf ihn und schlägt ihn bewusstlos, während Lorentz auf den nächsten Gegner zustürmt. Gezielt fällt er auch diesen Gegner, indem er ihm den Schädel spaltet, woraufhin die andere beiden die Flucht ergreifen. Für die beiden Verletzten können Otto und Marie leider nichts mehr tun, sie sterben noch vor Ort und lassen ihren Bruder Henri allein zurück. Der Mann ist völlig verzweifelt und will schon zurückkehren in die Heimat, da er keinen Sinn mehr sieht, ohne die beiden weiterzumachen. Otto überzeugt ihn jedoch, zu bleiben und ihr Werk fortzuführen. Aus Dank für die Rettung schenkt Henri der Gruppe einen Teil seiner Nahrungsmittel, die er und seine Brüder verkaufen wollten. Nach einigen ermunternden Worten seitens Lorentz wäre er sogar bereit gewesen, sich der Gruppe anzuschließen. Leider wird das eher schwierig, da er aus einem anderen Gefolge stammt.

Schließlich tritt die Gruppe den Rückweg an - mit etwas Pferdefleisch, einer Menge Rationen und einem neuen Pferd für Lorentz, da er nur das eine verletzt hatte. Auf der Straße lauern jedoch der Wegelagerer Savaric und seine beiden Gefolgsleute Reisenden auf und nehmen der Gruppe einen kleinen Teil ihrer Beute wieder ab. Lorentz kann den Normannen zwar einschüchtern, doch das verhindert wohl nur Schlimmeres. Die Sprachbarriere verhindert leider Verhandlungen oder eine vernünftige Kommunikation. Dann kommt ihnen der Bettler Gottfried von Toulouse entgegen, ein älterer, schäbig gekleideter Mann mit einem schartigen Schwert, der sich als Edelmann ausgibt und jedem Besitz verspricht, wenn man ihm Essen oder Geld gibt. Wohltätig geben Marie und Otto ihm jeweils eine Tagesration ab und warnen ihn vor Savaric, dann geht es weiter. Und kaum sind diese Hindernisse überwunden, kommt man an einer Straßensperre an. Hier arbeiten die Handwerker fleißig an Belagerungswaffen und verlangen für ihre Arbeit nun auch noch Wegzoll. Zunächst sind es nur 4 Dinare, dann jedoch will man zusätzlich Essen haben. Es kommt zu langen Diskussionen, am Ende zahlt jeder der Gruppe einen anderen Betrag. Und dann mischt sich auch noch Baumeister Franco ein, der der Gruppe das Essen billig abkaufen will. Marie wimmelt ihn ab, indem sie erklärt, am Handelsposten habe es dreimal so viel gekostet. So wird Henri zum Opfer und Bruder Richard flüstert dauernd: "Keine Widerworte. Keine Konflikte. Gebt einfach nach." Letztendlich trennen sich die Wege der Gefährten, Henri kehrt - einem Großteil seiner Waren beraubt - in sein eigenes Lager zurück, Richard geht zur Kapelle und die anderen zurück in ihre Zelte, um sich auszuruhen. Etwas Anderes kann man auch kaum tun und Langeweile ist die größte Bedrohung im Lager. Allerdings hören die Männer später, während Marie sich um die Kranken kümmert und Otto beim Beten und Spenden ist, das Gerücht über den Wolfsteufel, der nachts kommt und Kinder entführt.

Tatsächlich erwacht Marie in dieser Nacht durch einen Schrei, weckt die anderen und sie sehen nach. Eine völlig verstörte Frau erklärt, der Wolfsteufel habe ihren Mann geholt und ihre Tochter Anna sei verschwunden. Am Zelt finden sich Kratzspuren und große Wolfsspuren führen aus dem Lager in Richtung Orontes, also des Flusses. Da die Gruppe hier nichts weiter tun kann, ohne in Reichweite der Bogenschützen zu geraten und da man im Dunkeln ohnehin nicht viel sieht, begibt man sich wieder zu Bett. Anna hat sich gewiss nur versteckt und taucht schon wieder auf.

Als alle eingeschlafen sind, erwachen sie in einem kristallklaren Fluss, dessen Wasser herrlich nach Wein schmeckt. In einiger Entfernung, doch längst nicht mehr so fern wie zuvor, sieht man die prachtvolle Stadt, die man bereits im Traum in der vorigen Nacht gesehen hat. Sie wirkt näher und noch größer. Nun bemerken auch alle, dass sie arabische Tuniken tragen. Doch bevor man darüber nachdenken kann, entdeckt Otto ein kleines Kind den Fluss heruntertreiben. Er holt es aus dem Wasser und untersucht es, kann allerdings nur die Bewusstlosigkeit feststellen. Unschlüssig nimmt er das Mädchen auf den Arm. Nach wenigen Minuten regt es sich und spuckt Wasser aus - und alle erwachen.

Am frühen Morgen wird die Frau, deren Mann verschwunden ist, tot in ihrem Zelteingang aufgefunden. Sie hat die Arme ausgebreitet wie am Kreuz, ihr Gesicht ist schreckverzerrt und Blut ist aus Augen, Nase, Mund und Ohre geflossen. Den Ehemann findet man etwas außerhalb des Lagers. Seine eine Körperseite fehlt vollständig und sämtliche Gliedmaßen wurden abgerissen und sind ebenfalls nirgendwo zu sehen. Marie wird bei dem Anblick ohnmächtig und Lorentz bringt sie zurück in ihr Zelt. Unterdessen unterhält sich Otto mit Bruder Richard, der plötzlich Antiochia Carawas oder Zahwra (oder irgendetwas dazwischen) nennt und auch diesen neuen Namen hört, wenn Otto den eigentlichen Namen ausspricht. Zu Marie kommen derweil vier hungrige Personen wohl Bettler und Tagelöhner, denen sie aus Mildtätigkeit etwas zu Essen gibt und erklärt, sie habe leider nicht mehr. Richard warnt derweil Otto davor, Essen herauszugeben, da es Gerüchte gibt, sie seien mit unermesslichen Reichtümern zurückgekehrt. Selbst aus anderen Lagern seien Leute unterwegs. Tatsächlich findet sich kurz darauf eine größere Meute vor Maries Zelt ein und verlangt Essen. Als sie nichts herausgibt und in Tränen ausbricht, kommen die Männer hinzu und Lorentz vertreibt die Leute, welche sich fluchend und Beleidigungen ausstoßend entfernen. Nachdem sich Marie beruhigt hat, teilt sie den anderen mit, dass sie etwas in ihrem Zelt gehört habe, aber nichts finde. Beherzt stürmt Otto in ihr Zelt und ruft: "Zeig dich, Unhold!" Daraufhin raschelt es unter einem Kleiderhaufen im Zelt von Maries Zofe. Tatsächlich entdeckt die Gruppe dort die völlig verstörte Anna, die Lorentz zuvor stundenlang mit einer Kohlezeichnung im Lager gesucht hat. Sie spricht allerdings kein Wort und schaut auch niemanden an. Nach gutem Zureden und Waschen wird sie dann aber etwas entspannter.

Da das verängstigte Kind noch keinen Ton herausbringt und Lorentz, der als Einziger noch recht viel zu Essen hat, dieses in Sicherheit bringen möchte, will die Gruppe sich auf den Weg zur Babylas-Kapelle machen. Allerdings taucht Savaric erneut auf, geht gezielt auf Guy zu und streckt fordernd seine Hand heraus, will wohl wieder Essen. Marie schreit ihn an, doch der Mann spuckt nur vor ihr aus, woraufhin Lorentz sein Schwert zieht und die beiden sich ein Duell der einschüchternden Blicke liefern, welches Lorentz gewinnt. Der Normanne zieht ab, dafür versucht nun wieder der Bettler Gottfried zu schmarotzen, indem er sich als Wache anbietet. Da sich das für die wenigen verbliebenen Reste aber nicht lohnt, weist man ihn ab und bricht dann zur Kapelle auf. Unterwegs überlegt man noch, ob man Lorentz' Nahrungsressourcen bei den Mönchen einlagern sollte, die diese aber womöglich an die Armen verteilen, oder ob man sie von Gottfried selbst einlagern lassen könnte, was aber wohl etwas kosten wird. An der Kapelle wird gerade eine Bestattung einiger Krieger durchgeführt, die wohl beim Angriff auf Antiochia gefallen sind. Zudem, so hört man, habe Raimund IV von Toulouse, einer der Anführer eines Heerlagers auf der anderen Flussseite, gestern vor den Stadtmauern einen Gefangenen gegrillt und verspeist, wohl um die Moral des Feindes zu schwächen. Die Männer vermuten schon, der Wolfsmenschenangriff könne die Rache dafür gewesen sein.

Anschließend sieht man sich die Wandmalereien der verfallenen Kapelle an, die Sankt Babylas zeigen, der sein Schwert in das heilige Wasser Daphnes taucht und damit die Judasjünger erschlägt. Daphne, so erinnert sich Marie, ist der Name einer heiligen Quelle, die einem gleichnamigen Dorf hinter den Mauern Antiochias entspringt. Der Name stammt wohl von einer griechischen Nymphe in Form eines Lorbeerbaumes. Viele Pilger sind aufgrund dieser Quelle hier. Die Judasjünger wiederum waren eine Sekte, die glaubte, Judas sei der einzig wahre Jünger Jesu', aber sie sind schon vor langer Zeit ausgerottet worden. Daher sollten sie eigentlich keinen Zusammenhang mit Sankt Babylas haben.

Von einem Mönch - der übrigens auch Carawas/Zahwra sagt und versteht - erfahren sie noch, dass es Gerüchte gibt, nach denen die Tafuren die Taten des Wolfsmenschen begehen. Tafuren seien verwilderte Normannen und Überreste des Volkskreuzzuges, die am Berghang leben und mit ihren grausamen Taten den Feind einschüchtern wollen, die eigenen Leute aber mehr Angst vor ihnen haben. Um weitere Informationen einzuholen, will die Gruppe nun zum Handelsposten, um Silla "die Eule" zu treffen, eine Dirne und Informantin. Doch gerade, als sie die Kirche verlassen, befinden sie sich wenige hundert Meter von der goldenen Stadt entfernt.

Fazit

Die Runde hat sehr viel Spaß gemacht und die Zeit ging so schnell herum, dass wir es gar nicht bemerkt haben. Zur Vereinfachung haben wir eine Umgebungskarte erhalten, auf der alle Lager abgebildet sind sowie eine Liste mit Personen, die wir selbstständig ergänzen können. Das ist alles außerordentlich hilfreich

Ansonsten war es sehr schön, dass sich einige Plothooks und Schwierigkeiten aufgetan haben, die es in den nächsten Runden zu ergründen gilt. Mir tut nur meine arme Marie leid, die nur Gutes tun wollte und jetzt als die Böse dargesellt wird, weil sie kein Essen mehr herausgeben kann. Ja, wir haushalten tatsächlich mit unseren Rationen. In den meisten Fällen ist so etwas eher lästig, hier zeigt es aber die schwere Situation, in der sich die Belagerer befinden, sehr schön und nimmt jetzt auch keine übermäßige Stellung im Abenteuer ein. Daher war es sehr gut, dass wir eher beiläufig gleich zu Anfang an mehr Rationen gekommen sind und dann gleich erfahren mussten, wie schnell man diese wieder los werden kann.

Auch gespannt bin ich auf die Traumstadt, die Otto eher als Ketzerwerk bezeichnet, Marie dagegen äußerst interessant findet. Der Wolfsmensch dagegen wird vermutlich bald zu einer heftigen Bedrohung werden, die es zu investigieren gilt.

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