Dienstag, 25. Juli 2017

Cthulhu: Das Heer der Verfluchten - Das Obsidianviertel Teil 2

Und weiter gehts. Le Rouge hat sein wahres Gesicht offenbart und die Situation eskaliert. Wer nicht mehr weiß, was zuvor passiert ist, kann dies natürlich noch hier nachlesen.


"Mater Lacrimatum!", schreit uns Le Rouge entgegen, was wohl alle im Raum verblüfft. Madeleine versucht, mit Anna zu entkommen, die jedoch sehr schläfrig an ihrem Arm hängt. Eine Wache stellt sich ihr in den Weg. Marie versteckt sich hinter dem Altar, Otto hechtet zum Weihwasser, der Bischof wirft mit Gegenständen und Andreas, der sich draußen übergeben musste, nachdem er die servierten Körperteile gesehen hatte und danach wieder hereingekommen ist, will nun erneut nach draußen, um weiterzukübeln. Leider versperrt auch ihm eine Wache den Weg. Lorentz greift ohne zu zögern Le Rouge an. Als sein Schwert jedoch in dessen Körper stößt, spritzt kein Blut, man hört keine Gedärme oder Knochen bersten und das Schwert kommt auch nicht auf der anderen Seite wieder heraus. Es ist, als sei Le Rouge gar nicht da.

Um Anna zu wecken und die Flucht einfacher zu haben, ruft Madeleine ihr zu: "Essen!" Woraufhin das Kind blitzschnell erwacht, seinen Blick auf den Krieger richtet und ihn anspringt. Gezielt drückt sie ihm die Augen aus und reißt ihm dann den Kopf mühelos von den Schultern. Dann springt sie vor Madeleine und hält ihr stolz den Kopf hin. Die, völlig von diesem Gewaltausbruch geschockt, schneidet wie in Trance dem Arm des Kriegers ab und gibt ihn dem Kind zum Essen. Dann flüchten sie aus dem Hinterausgang, so schnell es geht.

Lorentz Hand dringt derweil in den seltsamen Körper Le Rouges ein und er spürt einen Sog, der ihn und das Schwert tiefer hineinzuziehen droht. Der böse Krieger erstarrt derweil zu einer Statue, rührt sich nicht mehr, während er Lorentz einzusaugen droht. Der Ritter entkommt dem, ist dann aber zu neugierig und schaut unter Le Rouges Augenklappe. Dahinter ist nur ein dunkles, schwarzes Loch, welches in ebenfalls in sich hineinzuziehen droht. Währenddessen hat sich Andreas etwas mit dem anderen Ritter geprügelt, der jedoch völlig verwirrt den Kampf unterbricht, als er sieht, was mit seinem Herrn geschehen ist. Andreas nutzt die Gunst der Stunde, um den Mann ko zu schlagen. Otto kippt Weihwasser in das Loch in Le Rouges Bauch, woraufhin ein lautes Gurgeln ertönt.

Dann gibt es einen ohrenbetäubenden Knall, als Le Rouges Körper einfach zu schwarzen Pfützen explodiert. Selbst im Lager ist er noch weithin zu hören, sodass selbst die fliehende Madeleine fast taub wird. Auf ihrer kopflosen Flucht verliert sie schließlich Anna. Währenddessen werden aus den Pfützen in der Kirche Schlangen, die die Leute beißen und sich dann platzend auflösen. Die Schlangen riechen nach Teer, scheinen aber keine Vergiftungen zu verursachen. Schließlich kehrt wieder Ruhe ein.

Madeleine sucht derweil panisch nach Anna und trifft dabei auf Bruder Richard. Als der hört, dass Anna verschwunden ist, ist er zunächst erzürnt, dann jedoch stürmt er zur Kapelle, da Madeleine einen schrecklichen Vorfall dort erwähnt.

Die Gruppe steht wieder im Obsidianviertel. Zusammen. Bei Tag. Auf dem Sklavenmarkt. Überall sind Stände mit verschiedensten Leuten, von Kindern bis Greisen ist alles dabei. Alle Sklaven haben einen Eisenring um den Hals, auf den ein Schlüsselsymbol eingraviert ist. Man kommt nun auf die Idee, dass der Silberschlüssel des Sultans möglicherweise gar kein Gegenstand ist, sondern vielleicht ein Symbol. Marie fällt nun auch ein, dass nur Sklaven auf dem Sklavenmarkt zaubern bzw. träumen dürfen. Madeleine überlegt, welchen Sklaven sie brauchen könnten. Kinder träumen kreativer, aber Erwachsene haben mehr Lebenserfahrung...

Plötzlich kommt ein Mann auf die Gruppe zu, wohl ein Gelehrter. Er trägt auffällig pompöse Kleidung, scheint aber kein Einheimischer zu sein. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren spricht er in einem unsagbar schnellen Tempo:

Ich sag dir nicht, was ich dir sage.
Was ich die sage, sag ich dir
Nur darum, dass du sagtest mir,
was ich dir selbst nicht sage!
Das ist rätselhaft, nicht wahr?

Völlig irritiert überlegt ein jeder, was der Mann jetzt genau gesagt hat, da die schnelle Wortfolge und die sehr ähnlichen Sätze sie sehr verwirren. Otto, Lorentz und Madeleine verspielen ihre Chancen. Marie, der auch nichts Besseres einfällt, meint einfach: "Ein Rätsel?" Es wäre möglich, allerdings findet sie es irritierend, dass das Rätsel mit dem letzten Satz sogar darauf hinweist. Das wäre eigentlich zu einfach. Doch sobald sie die Worte ausgesprochen hat, strahlt der Mann vor Erleichterung und ruft: "Danke! Endlich bin ich von dem Fluch befreit!" Er stellt sich als Buji Beg vor, ein Gelehrter, der Nagu, eine Fürstin des Obsidianviertels aufsuchen wollte, um von ihr einen Ausweg zu erfahren. Leider lief das nicht so gut für ihn und er wurde verflucht. Die Einwohner Zawras konnten ihm nicht helfen, da er als Fremder ihnen keine Rätsel stellen durfte und so wanderte er lange umher. Während Madeleine, die in dieser Welt - die laut Buji Beg ebenso real ist wie die Wache Welt - eine Gelehrte ist, mit dem Fremden über diverse Theorien diskutiert, bemerkt Lorentz, dass sein Buch unruhig wird. Er schlägt es auf und liest eine neue Seite, dieses Mal über die Karawanserei.

Wer die Regeln der Nacht bricht, vermag seine Untat ungeschehen machen, wenn er den unsterblichen Meister des Goldes im Obsidianviertel findet.

Jeder Handel ist verboten.

Mit den Dienern der Wüste darf nicht gesprochen werden.

Natürlich denkt man sofort, ihre Sünde sei das Gespräch Lorentz' mit den seltsamen Nachtkreaturen gewesen, doch das erklärt noch immer nichts, denn Lorentz wurde nicht gesucht. Buji Beg fragt die Gruppe nun, aus welchem Land und welcher Zeit sie kämen, anscheinend kennt er sich sehr gut aus. Er selbst befindet sich im derzeit belagerten Antiochia und als Madeleine ihm erklärt, dass sie zu den Belagerern gehören, beginnt er, Allah anzurufen, warum er genau von diesen Ungläubigen gerettet werden musste. Als er sich halbwegs beruhigt hat, erklärt er außerdem, er habe ein Mädchen namens Samira gerettet, sie sei aber entwischt. Dass wir sie ebenfalls suchen, bringt ihn erneut zur Verzweiflung.

Das Gespräch fällt nun auf die Sklaven, von denen einige bekannte Gesichter haben: Silla, Clemens und Henri sind dabei, doch Buji Beg erklärt, dass diejenigen, die im Traum Sklaven sind, die Auswirkungen in der wachen Welt unbewusst miterleben und es sehr verstörend sein kann. Und dann kommt man darauf, dass Andreas seinen Namen verkauft hat. Buji Beg wirft die Hände in die Luft. "Deine Zeit läuft ab. Wer seinen Namen verkauft, wird in 4x4 Tagen zum Sklaven desjenigen, an den man ihn verkauft hat." Und, wie es scheint, ist heute wieder der Tag vor dem Festbankett. Mit den drei Einladungen, die die Gruppe besitzt, können sogar 6 Personen hingehen, also lädt man den Araber ein, der sich zwar freut, aber gleichermaßen unwillig ist, mit den Christen hinzugehen. Da die Gruppe jedoch ihre Zeitreisen nicht kontrollieren kann - sie müssen mehr Träumen üben - verabredet man sich für das Bankett. Um leichter wieder zueinander zu finden, schenkt Buji Beg der Gruppe eine Persona mit Anna darauf, Madeleine gibt ihm dafür ihre Goldkette, welche sie vom Bischof geschenkt bekam. Geschenke, so der Gelehrte, haben eine besonders große Kraft. Dann verschwindet er, zerfällt vor den Augen der anderen zu Staub. Anscheinend ist er aufgewacht.

Wieder in der Kapelle sucht man verzweifelt nach der Geheimtür, findet jedoch keinen Mechanismus dafür. Madeleine kehrt zurück, ohne Anna und Bruder Richard, der lange vor ihr zur Kapelle aufgebrochen war. Nun denkt man plötzlich an den Silberschlüssel, den Anna aus dem ausgebuddelten Schädel gezogen hat. Der Bischof ist bestürzt. Auf Anraten Le Rouges gab er ihm dem verstorbenen Lorenzo. Otto vermutet, dass Berengar im Traum ein Sklave Jeromes war und deshalb all diese schlimmen Dinge getan hat. Dann bringt ein Bote eine Nachricht von Gottfried von Bouillon: Morgen wird Antiochia angegriffen.

Fazit

In dieser Runde haben wir unglaublich viele Dinge erfahren. Vor allem das Treffen mit Buji Beg war sehr erleuchtend. Klar haben die Charaktere sofort versucht, ihn dazu zu zwingen, ihn nach Antiochia einzulassen, funktioniert hat es allerdings nicht. Dafür wird sich wohl demnächst auch so eine Chance ergeben und es scheint, als seien es nicht die Charaktere, die glohreich als erstes in die Stadt einziehen werden.

Außerdem sind nun alle ganz wild auf den silbernen Schlüssel, um Andreas vor der Sklaverei zu retten. Wir müssen aber auch noch andere Wege herausfinden. So gab es beispielsweise die Überlegung, ihn mit dem Elixier des zweiten Lebens einfach zu jemand anderem zu machen und so das Problem einfach zu umgehen.

Das Rätsel von Buji Beg war übrigens sehr... rätselhaft. Er kam einfach auf uns zu, wir wussten gar nicht, wie uns geschah. Dazu sprach er recht schnell. Ich hatte lange überlegt, ob die Antwort Rätsel ist, aber da "rätselhaft" drin vorkam, erschien es mir zu einfach. Der SL meinte später, er hat überlegt, ob er den letzten Satz weglassen soll, ich finde aber gut, dass er das nicht getan hat, da es so viel verwirrender war.

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