Dienstag, 8. Januar 2019

Geh nicht in den Winterwald: Argus' verlorenes Auge

Als kleines Weihnachtsintermezzo haben wir endlich mal wieder Geh nicht in den Winterwald gespielt. Dieses Mal war es eines der neueren Zusatzszenarien von Kaid Ramdani. "Argus' verlorenes Auge" spielt tatsächlich nicht im Winterwald, sondern im alten Griechenland und statt Kältemarker zu bekommen, muss man Münzen an den Fährman Charon abgeben. Thema des Szenarios ist die Reise von Helden in die Unterwelt, um das allsehende Auge von Argus zu bergen und Griechenland damit vor einer drohenden Invasion zu retten.



Die Charaktere


Sophos, der Tückenreiche: Ein blinder Seher.

Diane, die Geschickte: Die Ehefrau eines kürzlich verstorbenen Helden.

Elektra, die Siegreiche: Eine schwer bewaffnete Kriegerin.


Die Geschichte


Das alte Griechenland ist in Gefahr. Sparta greift mit einer großen und gefürchteten Armee an und scheint unaufhaltsam zu sein. Aus diesem Grund wurde das Orakel von Delphi befragt, welches geraten hat, das in der Unterwelt verlorene Auge des Argus zu bergen und sich für dieses Vorhaben den Segen der Aphrodite zu holen. Die drei Helden melden sich freiwillig für das schwierige und gefährliche Unterfangen und opfern der Göttin die schönsten Blumen, den prächtigsten Hirsch und der blinde Seher sogar eines seiner Augen - er hatte sie sich ausgerissen, nachdem er seine allererste Vision hatte.

Und so brechen die Helden auf. Mit ihrem Boot segeln sie bis ans Ende der Welt, wo ein seltsamer Nebel sie an fremde Ufer treibt. Auch hier bringen sie wieder Opfer dar, um den Weg ins Totenreich zu öffnen. Und unten erwartet sie Charon, der Fährmann. Er verweigert ihnen die Überfahrt, denn nur die Toten dürfen den Styx überqueren. Sophos ist jedoch sehr redegewandt und erklärt, sie seien doch schon halbtot. Schließlich willigt Charon ein, sie hinüberzufahren. Doch die Fahrt ist nicht so einfach wie gedacht. Die Toten greifen nach ihnen und versuchen, sie hinabzuziehen. Und in den Fluten erkennt Diane auch noch ihren Ehemann, wie er mit einem Arm versucht, auf sie zuzuschwimmen und nach ihr zu greifen. Elektra versucht, ihr zu helfen, doch auch sie wird gepackt. Sophos ist es schließlich, der die beiden rettet und wieder ins Boot zieht.

Dann kommen sie am anderen Ufer an und Charon weist ihnen den Weg zu Hades' Palast. Die drei Helden wandern durch die Finsternis und kommen schließlich an einem Torbogen an, der von dem fürchterlichen, schlangenhaarigen Cerberus bewacht wird. Diane schlägt vor, der Kreatur ein Lied vorzuspielen, um es zu besänftigen. Wenn das nicht klappt, will sich Elektra ihm entgegenstellen und das Ungetüm ablenken. Leider bringt Diane keinen vernünftigen Ton aus ihrer Flöte heraus und der Cerberus brüllt erzürnt. Voller Furcht rennt Diane an ihm vorbei und Elektra stellt sich mit gezogenem Schild und Schwert vor das Wesen. Es schnappt nach ihr, doch sie weicht geschickt aus und durchtrennt ihm eine Sehne im Fuß. Leider entdeckt der Höllenhund den blinden Seher, der sich nur ungeschickt voranbewegt. Es will ihn schnappen, doch wieder springt Elektra dazwischen und treibt ihr Schwert tief in einen der Hälse.

So schaffen sie es schließlich, unversehrt an den Hof von Hades zu gelangen. Der ist erzürnt, dass Sterbliche es wagen, vor ihn zu treten. Sie tragen ihre Bitte vor, das Auge des Argus zu bergen, doch Hades fordert eine Bezahlung dafür. Sophos bietet ihm sein zweites Auge an, Diane das Schwert ihres Mannes und Elektra sogar ihr Leben. Hades ist zumindest ein wenig amüsiert und gewährt ihnen ihren Wunsch, weiß jedoch nicht, wo das Auge zu finden ist. Ein Jüngling jedoch folgt ihnen, denn er hat sich in Dianes mutiges Auftreten verliebt. Für das Versprechen, ihn zu küssen und nach ihrem Tod zu ihm zurückzukehren, gibt er ihnen einen Hinweis. Sie müssen in den Tartaros hinabsteigen und dort nach Lykaos suchen. Dieser verbirgt sich mithilfe des Auges vor Hades und hat sich dort unten sein eigenes Reich errichtet.

Die Heroen folgen dieser Weisung und müssen auf ihrem Weg Finsternis und brennenden Flüssen widerstehen, ehe sie auf Tityos stoßen, dessen Leber dauerhaft von den Geiern verzehrt wird. Elektra schießt die Geier ab, sodass der Riese eine kurze Verschnaufpause erhält. Er fleht die Gruppe an, für kurze Zeit den Platz mit ihm zu tauschen, dann verrate er ihnen alles, was sie wissen wollen. Zunächst sind die Helden skeptisch, der Riese könne einfach fliehen, doch er versichert ihnen, dass die Regeln des Hades dies nicht zuließen. Also tauscht Elektra mit ihm für eine Stunde den Platz und erträgt die Qualen mit eiserner Miene. Tityos weist ihnen den Weg zu Tantalos, der mehr wissen soll.

Also ziehen sie weiter und kommen an einen riesigen See, aus dem Tantalos versucht, zu trinken, doch immer wieder weicht das Wasser vor ihm zurück. Und auch er bittet sie, dass jemand mit ihm tausche, also nimmt Diane seinen Platz ein. Der Durst ist für sie unerträglich und selbst, nachdem von dem Fluch erlöst wird, trinkt und trinkt sie, doch es hilft ihr kaum. Tantalos schickt sie weiter zu Sisyphos, der den geheimen Eingang kennen soll.

Sophos bietet diesem an, dass sie ihm für eine halbe Stunde die Arbeit abnehmen. Dass Elektra diese Aufgabe übernimmt, damit hat er nicht gerechnet. Doch sie will den gebrechlichen Blinden nicht dieser schweren Last aussetzen und so plagt sie sich damit, den Stein den Berg hochzuschieben, bis sie die Spitze beinahe erreicht hat. Als Dank für die Pause weist Sisyphos ihnen den Weg: Im Berg liegt der Durchgang in das Reich, das sie suchen und so machen sich die Heroen auf den Weg. Sie werden von den Dienern Lykaos' empfangen, halb verrottete Gestalten, an denen unaufhörlich die Hunde nagen. Sie führen sie an den Hof, wo die Gruppe zu einem Festmahl eingeladen wird.

Erfreut, von Neuigkeiten über Griechenland zu hören, lässt sich König Lykaos Geschichten erzählen und erklärt sich tatsächlich bereit, ihnen das Auge zu überlassen, wenn sie beweisen, den wahren Blick zu besitzen. Als sie diese Worte vernehmen, erkennen die Helden, dass die köstlichen Speisen in Wahrheit Menschen sind und dass sie auch von Dianes Ehemann gegessen haben. Die erleidet daraufhin einen Herzanfall und verstirbt noch vor Ort. Elektra will ihren Leichnahm mitnehmen, doch die Gesellschaft behält ihn als Austausch für das Auge. Und so kehren zwei Heroen an den Hof von Hades zurück. Sophos hat das Auge bereits sorgfältig in eine Holzkiste gelegt und versiegelt, sodass er es dem neugierigen Hades nicht zeigen kann. Der Totengott fordert nun seine Belohnung ein und Elektra muss an seinem Hof verbleiben. Ihre tapferen Worte, dass sie ihr Leben gerne für das Wohl und Fortbestehen Griechenlands gebe, entflammen jedoch das Feuer der Liebe in dem Jüngling und er vergisst Diane.

Nun muss Sophos noch einmal am Cerberus vorbei, der noch größer und wachsamer zu sein scheint als zuvor. Die Geister von Diane und Elektra weisen dem blinden Seher den besten Weg, um an dem Ungetüm vorbei und so entkommt er dem Hades und segelt mit dem Auge zurück nach Griechenland.

Fazit


Wir haben für diese Runde etwa 85 Minuten gebraucht. Nach dem gewaltigen Weihnachtsessen waren unsere Köpfe jedoch etwas träge und wir haben eher straightforward statt listenreich gespielt, was dem Spaß am Spiel jedoch keinen Abbruch getan hat. Ein nettes Szenario für zwischendurch.

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