Mittwoch, 13. September 2017

Cthulhu: Das Heer der Verfluchten - Die Legende vom singenden Frosch Teil 2

Und weiter geht es mit den drei Prüfungen und dem Umherstreifen durch Antiochia. Mal sehen, was wir dieses Mal anstellen und was es mit dem Titel dieses Berichts auf sich hat.



Der Wachmann überlegt und meint dann: "Ich glaube, der hieß Begbuji oder so." Marie bedankt sich, dann geht man zum Haus der Gelehrsamkeit, einer Bibliothek. Diese ist mittlerweile jedoch recht leer. Viele Bücher wurden verbrannt, andere geplündert. Die Männer von Clemens dem Geldschneider sollen viele Schriften mitgenommen haben. Also geht man dorthin, wo Clemens gerade seine Waren verkauft. Kurz davor trifft man auf Henri und einige seiner Kameraden, die wohl etwas Fleisch bei Clemens erworben haben. Lorentz nimmt ihnen einige Rationen ab, immerhin schulde uns Henri ja noch etwas. Dafür lädt er ihn aber auch zum Mitessen ein, wenn das Pferd später geschlachtet wird.

Clemens verkauft gerade Fleisch an die hungrigen Kreuzfahrer. Um zu ihm durchzudringen, steigt Lorentz auf sein Pferd und versucht, durch die Menge hindurchzureiten, allerdings scheut das Pferd. Otto kämpft sich einfach so durch, als Lorentz die Leute erschreckt und dann zu Clemens vorprescht. Marie und Andreas folgen ihm einfach, ebenso wie Otto, der sich gerade noch in Sicherheit bringen kann. Clemens hat vier Leibwächter, einfache Männer, wie der Ritter schnell erkennt, keine große Gefahr. Die Menge derweil erkennt Marie und fleht sie an, etwas zu tun, damit die Preise sinken. Der Geldschneider ist alles andere als erfreut über den Auftritt der Gruppe, besonders nach Ottos Ausraster im Heerlager. Otto fragt jedoch nach den Büchern, die Clemens besitzt, doch der will horrende Preise dafür haben, auch wenn er nicht wirklich weiß, was er da genau verkauft. Die Menge empört sich derweil darüber, dass der Geistliche Geld für Papier zahlt. Der Mönch handelt schließlich aus, dass er für 5 Dinar pro Tag die Schriften lesen darf. Dann geht er in den Raum, wo diese gelagert liegen und beginnt, sie sich anzusehen. Marie, Lorentz und Andreas versuchen derweil, Clemens dazu zu bewegen, die 15 Dinar für eine Ration auf 5 zu senken, da so mehr Menschen versorgt werden können. Maries Diplomatie scheitert leider, doch die beiden Männer wirken einschüchternd genug, um das Vorhaben durchzusetzen.

Anschließend begibt man sich zu einem Brunnen, um sich endlich zu waschen. Dort hört die Gruppe etwas über die Tafuren, die sich in den bergigen Teilen der Stadt niedergelassen haben. Sie sammeln sich anscheinend bei Charonion, einer hohen Felsfigur, welche Charon darstellt. In diesem Moment stößt Bruder Richard zu ihnen.

Man steht in einem prächtigen Saal voller Wohlgerüche. Überall sieht man 66 oder 99 Diener und Dienerinnen und vor ihnen befindet sich ein leicht korpulenter, aber durchaus gutaussehender Mann. Es ist der Sultan und seine Stimme ist so angenehm, dass man sich wünscht, er möge nie aufhören zu sprechen. Die Gruppe ist vollkommen von ihm eingenommen und überwältigt von all der Pracht, sodass niemand auch nur ein Wort herausbekommt - außer Lorentz, der immer wieder stammelt: "Aber wir haben uns doch in den Kerker gewünscht." Da man nichts sagt, wirkt der Sultan nun doch etwas verärgert und man fürchtet sich, als er beschreibt, worum es in der Geschichte gehen soll: Sie beginnt in einer Folterkammer, der Held ist ein Fischer und er hat im Wahnsinn seinen eigenen Bruder getötet. 

Die Gruppe fasst sich und beginnt zu erzählen, immer einer nach dem anderen. Otto beginnt: Der Mann im Kerker ist Hassan, ein Fischer. Er hat seinen älteren Bruder getötet, um das Fischerboot seines Vaters für sich zu haben. Nach einer Weile des Erzählens fragt der Sultan an Lorentz gewandt: "Aber war es nicht so, dass es nicht sein einziger Bruder war?" Und Lorentz erzählt von dem jüngeren Bruder, welcher der Foltermeister ist. Der Vater der drei, ebenfalls ein Fischer, war kürzlich gestorben und hatte den Söhnen sein Fischerboot vermacht. Jeder sollte an einem anderen Tag damit ausfahren, doch Hassan hatte das nicht gewusst und geglaubt, nur einer von ihnen könne das Fischerboot erben. Daher hatte er seinen Bruder erschlagen. Dabei habe der Vater doch gewollt, dass jeder seiner Söhne gut heirate und wiederum drei Söhne bekäme, die ebenfalls das Fischerhandwerk erlernten. "Aber war es nicht so, dass keiner von ihnen einen Sohn hatte?" Ja, der eine habe nur Töchter gehabt und die Ehefrau des Jüngsten sei im Kindbett verstorben, sodass sich das Herz des Bruders versteinert hatte und er Foltermeister geworden sei. Nun wendet sich der Sultan an Marie: "Aber war es nicht so, dass Hassan nicht die einzige Person im Kerker war?" So berichtet Marie davon, wie auch eine junge Frau im Kerker sitzt, deren Stimme so lieblich ist, dass sie allein vermochte, das kalte Herz des Foltermeisters zu erwärmen. "Aber war es nicht so, dass ihre Strafe das Herausschneiden der Zunge war?" Ja, berichtet Andreas, denn sie hatte etwas gestohlen und gegessen, was für den König des Landes bestimmt war. Dies sei ein magischer Fisch gewesen, den der Vater der drei Söhne einst gefangen und im violetten Salz aus den Himalayabergen eingelegt hatte. "Aber war es nicht so, dass es in Wirklichkeit gar kein Fisch war?", fragt der Sultan nach. Lorentz meint zuerst, doch, es sei ein Fisch gewesen, woraufhin der Sultan seine Frage noch einmal etwas eindringlicher stellt. Der Krieger gibt nach und erzählt, es sei ein Frosch gewesen, doch der Fischer, ein Mann von einfachem Geiste, habe dies nicht erkannt. Andreas erzählt nun stockend weiter, es sei zudem ein singender Frosch gewesen - als er noch lebte. Und er könne Wünsche erfüllen. Der erste Wunsch des Sultans, so erzählt Otto, sei gewesen, zum Sultan zu werden. "Wie egoistisch!", wirft der Sultan ein. "Aber so konnte er dem Volk am besten Wohlstand sichern. Er tat es also für seine Untertanen", erklärt Otto. Und Hassan würde seine Tat mittlerweile auch zutiefst bereuen, schlägt er den Bogen zurück. Lorentz beendet schließlich die Geschichte mit dem zweiten Wunsch des Sultans: Der erschlagene Bruder ersteht wieder auf und die drei versöhnten sich. Bis zu ihrem Lebensende fuhren sie, wie der Vater es gewollt hatte, mit dem Fischerboot hinaus.

Die Szenerie verändert sich schlagartig, man ist wieder im Kerker und ein Klatschen ist zu hören. Er meint, wir hätten die Aufgaben gelöst. Das Geschichtenerzählen müssten wir aber nochmal üben. Endlich dürfen sich alle ihre Ausrüstung zurücknehmen und den Kerker verlassen. Man geht auf den Basar, um sich einen neuen Fremdenführer zu suchen, wie es empfohlen wurde. Vorher erzählt Otto, der von der Kritik des Kerkermeisters angefressen ist, jedoch die Geschichte von Hassan und dem singenden Frosch, welche beim Volk hervorragend ankommt und sich wie ein Lauffeuer verbreitet.

Beim Fremdenführer fragt man nach der Sonnenuhr, doch um die zu finden braucht man wohl Kismet und muss ein Freund der Zeit sein, wie Otto es ist. Er müsse dies jedoch erst üben. Das ginge am besten in einer Stresssituation. Also schlägt Lorentz Otto in den Magen. In diesem Moment dreht sich jedoch die Zeit zurück und Lorentz tritt zu, Otto kann dieses Mal jedoch ausweichen. Der Krieger erinnert sich an nichts, während die anderen den Zeitrücklauf mitansehen konnten und völlig fasziniert sind. Nun soll das Kismet erhöht werden. Dazu muss man den Turm der Mysterien aufsuchen, den man nur einmal in seinem Leben aufsuchen darf. Man soll dort jede Menge seltsamer Dinge sehen und am Ende erhalte man die Antwort auf eine Frage.

Bruder Richard fragt nach dem verschollenen Bartholomäus, woraufhin Marie ihn beruhigt, den habe man zur Kirche gebracht. Lorentz erzählt daraufhin, Otto sei bei Clemens und lese dort in diversen Schriften. Also geht man dorthin. Der Platz, der zuvor voller Menschen war, ist nun leergefegt und nur noch zwei von Clemens' Wachen stehen dort herum. Man drängt, Otto sehen zu dürfen und wird auch nach kurzem Widerstand durchgelassen. Otto hat ein paar interessante Dinge herausgefunden. So hat wohl Sankt Babylas dem Caesar selbst verboten, seine Kapelle zu betreten, solange dieser sich nicht von seinen Sünden gereinigt hat. Der Herrscher ließ ihn daraufhin in Ketten legen und er wurde auch in diesen Ketten beigesetzt. Sein Leichnam wurde mehrfach an andere Orte gebracht, bis er schließlich in Antiochia landete, irgendwo bei einer Statue des Charon. Da die Gruppe das Buch für interessant hält, überlegt man, wie man es mitnehmen könne. Stehlen wollen die beiden Mönche natürlich nicht, doch der einfache Andreas "kauft" es quasi einem der Wachen für zwei Rationen ab, worüber Bruder Richard nur den Kopf schüttelt.

Da es nur noch wenige Stunden bis zur Mitternachtsmesse sind, beschließt die Gruppe, zumindest den Weg dorthin schon einmal auszukundschaften. Bei der Statue sieht man jede Menge Tafuren, die wohl gerade jemanden ermorden. Man hört das Brechen eines Rückgrades. Dann nehmen die Wilden die Witterung auf und stürzen sich auf die Gruppe.

Fazit

Ich kann leider die Geschichte und das Drumherum schriftlich niemals so wiedergeben, wie es sich angefühlt hat. Ich denke, wir hatten alle ziemlich Schiss, als wir uns auf einmal wirklich etwas ausdenken mussten. Und dass dann quasi zufällig vom Meister ausgewählt wurde, wer drankommt, hat es nicht besser gemacht. Es hat allerdings auch ziemlich Spaß gemacht. Besonders gut wurde es, als aus dem Fisch plötzlich ein Frosch wurde und dann aus dem Frosch auch noch ein singender! Natürlich nur zu Lebzeiten! An der Stelle haben wir einfach nur gelacht, weil es so absurd und komisch war. Und dann, als Otto angefressen auf dem Markt die Geschichte noch einmal erzählt, würfelt er auch noch eine 4x10 auf sein Geschichtenerzählen. Nur um das mal zu verdeutlichen: Mit 8 Würfeln 4x dieselbe Zahl (irgendeine) zu würfeln, hat eine Wahrscheinlichkeit von 5% und die 10 ist das beste Ergebnis, was man bekommen kann! Es war absolut grandios!

Ich kann fast gar nicht über irgendetwas anderes nachdenken, weil das einfach der absolute Höhepunkt der Runde war. Und auch, wenn man eigentlich bei Cthulhu ernst bleiben sollte, in diesem Falle war es einfach zu genial.

Ansonsten müssen wir jetzt noch irgendwie prüfen, ob die Dinge, die wir während der drei Prüfungen getan haben, nur Illusion waren oder ob Andreas tatsächlich Bettlerkönig wird und wir ihn nun 3 Tage lang am Leben halten müssen. Einen davon verbringen wir ja ohnehin in der Bibliothek.

Und in Antiochia wird es nun spannend, der erste Kampf seit Längerem steht an und danach geht es hoffentlich bald in die Katakomben. Das Rätsel um die Geheimtür in der Kapelle haben wir ja leider nicht gelöst und werden wohl auch keine Gelegenheit dazu haben, da bald das feindliche Heer vor den Stadttoren stehen wird. Und es gibt Buji Beg anscheinend wirklich. Mal sehen, ob wir noch mit ihm sprechen können und ob er uns überhaupt erkennt.

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