Sonntag, 6. August 2017

Cthulhu: Das Heer der Verfluchten - Die drei Aufgaben

Die Lage der Charaktere spitzt sich zu. Leider waren wir aufgrund des schwülen Wetters und zeitlicher Eingebundenheit nicht zu einer besonders langen Runde in der Lage, daher wird es heute ausnahmsweise wieder nur ein Bericht. Kurz zur Erinnerung: Beim letzten Mal sind wir in Antiochia eingefallen und in Zawra im Kerker gelandet.

Der Wolfsteufel rennt auf die Gruppe zu. Madeleine rennt ängstlich davon, Otto und Marie erkennen in dem Wesen Anna, welche sich freut, bekannte Gesichter zu sehen, doch Andreas und Lorentz sind so im Angriffsmodus, dass sie auf den Wolf zustürmen.

Im Kerker von Zawra steht die Gruppe nun dem höhnisch grinsenden Buji Beg gegenbüber, dessen Name wohl nicht wirklich Buji Beg ist. Auf die Frage, ob er eine Mater oder ihr Avatar sei, fragt er nur: "Habe ich etwa Brüste?" "Le Rouge hatte auch keine." "Habt ihr nachgesehen?" Er gibt keine klaren Antworten auf seinen Namen und der Verdacht kommt auf, er könne der Wesir sein, allerdings stimmt das Äußere nun überhaupt nicht mit den Münzen der Nacht überein. Buji Beg spricht mit verschiedenen Stimmen von Bekannten der Gruppe und Wahrheit und Zeit scheinen für ihn eher dehnbare Begriffe zu sein. Er will auf jeden Fall ein Spiel mit der Gruppe spielen. Verliert diese, werden ihre Seelen in Flaschen gesperrt, gewinnt sie, erhalten alle ihre Besitztümer und Freiheit zurück. Das Spiel hat drei Phasen, für jede hat man 24 Stunden Zeit: Zuerst müssen drei Rätsel gelöst werden. Anschließend muss man den Bettlerkönig finden. Und drittens -

Mit Mühe kann der Mönch den Ritter zurückhalten, doch Andreas stürzt sich mit seinem Speer auf Anna, die im Angesicht der Bedrohung ebenfalls zum Angriff übergeht und den Metzger verletzt. Als sich die Lage endlich beruhigt, verwandelt sich das Kind auch wieder zurück. Gemeinsam folgt man dem schweren, köstlichen Geruch von Blut nach Norden zum Hospital. Von dort erklingt Kampfeslärm und unterwegs hört man das Geräusch von merkwürdigen Hunden oder Wölfen, man weiß es nicht genau. In einem Haus bedrohen zwei Franzosen einige Frauen und Kinder, die wohl keine Vorräte mehr zu haben scheinen. Als die beiden Männer den Schlächter und das berüchtigte Wolfskind erkennen, weichen sie zurück und überlassen der Gruppe die "Beute". Die Frauen sind dankbar, haben jedoch wirklich nichts mehr. Als man einen Soldatentrupp näherkommen hört, lässt man sich von den Frauen in einem kleinen Keller verstecken. Problemlos hält man in Stille aus und beruhigt auch die Kinder. Die Gruppe hört mit an, wie etwas über die Soldaten herfällt, man hört Schreie, brechende Knochen und das Geräusch, wenn etwas gefressen wird.

Die dritte Aufgabe, fährt Buji Beg fort, ist das zu tun, was der Sultan am Liebsten hat bzw. mag. Da die Gruppe dies jedoch nicht weiß, muss sie es zusätzlich zuerst noch herausfinden. Aus dem vorigen Gespräch geht jedoch hervor, dass es sich um ein besonderes Spiel handeln könnte. Dann verschwindet er. Otto schmiert etwas Blut aus seiner Kopfwunde an die Wand, wo er die feinen Linien entdeckt hat. Sofort flammt ein Rätsel auf:

Loch an Loch
und hält doch.

Kurz wird überlegt, die Antwort dann aber schnell gefunden: Es ist ein Netz bzw. eine Kette. Sowie die Worte gesprochen wurden, fängt es an, nach Schokolade zu duften. Nun ist Andreas an der Reihe, seinen blutigen Finger über die Linien zu reiben. Erneut flammt ein Rätsel auf, gerade flüchtig genug, um es zu lesen, bevor sich die Worte in Luft auflösen.

Es kommt vom Leben,
hat kein Leben
und muss doch Leben tragen.

Dieses Mal tut sich die Gruppe schwer. Die ersten Assoziationen sind Bett und Stuhl, doch bei beiden Antworten geschieht nichts. Auch das Seil ist es nicht. Da Madeleine wie in der wachen Welt verschwunden ist - Buji Beg fragte Marie, ob sie sicher sei, dass da jemals jemand mit ihr in der Zelle gewesen wäre - hat die Gruppe nur noch eine Antwort. Da fällt Otto ein, dass auch etwas aus Leder gemeint sein könnte. Man schwankt zwischen Schuh und Sattel, doch da nicht alle sich sicher sind, ob ein Schuh einen wirklich trägt, nimmt man Sattel, was wohl auch richtig ist. Nun sucht Marie in ihrer Zelle nach Linien.

Als man sich endlich aus dem Keller des Hauses wagt, findet man auf den Straßen Antiochias 12 tote Seldschuken, augenscheinlich von Wolfsteufeln getötet und gefressen. Die Angreifer rochen sehr dreckig, scheinen sich aber in der Stadt auszukennen. Während die anderen sich etwas an den Resten der Toten sättigen, will Anna lieber lebendes Fleisch. Sie zählt sogar die Kinder ab und nun, da sie wohl länger nichts gegessen hat, beginnt sie zu würgen, ihre Knochen scheinen sich zu verformen und ihre Augen sind blutunterlaufen. Auf dem weiteren Weg bemerkt die Gruppe bald, dass sie verfolgt wird. Da die Person nicht aggressiv zu sein scheint, lässt man dies erst einmal zu und gelangt in die Nähe eines Marktes, wo es nach Früchten riecht. In einer Gasse hört man jedoch ein Würgen. Nun geht Lorentz doch nachsehen, wer denn der Fremde ist.

Im Kerker muss Marie sich zunächst überwinden, sich in den Finger zu beißen und ihr Blut an die Wand zu schmieren, wo sie ebenfalls feine Rillen gefunden hat. Ein neues Rätsel flammt auf:

Was gehört einem Menschen,
das die Anderen viel öfter verwenden
als er selbst?

Auch hier ist die Antwort schnell klar: Der eigene Name. Kaum ist die Lösung ausgesprochen, fallen die Gitterstäbe beider Zellen einfach um. Die Gruppe läuft durch die Dunkelheit, einen scheinbar endlosen Gang entlang, rechts und links überall weitere, leere Zellen. Erst nach einer Weile entdeckt man, dass es unterschiedliche Platten auf dem Boden gibt, einige davon sind mit 3en markiert. Läuft man auf diesen, verursacht man keine Geräusche und tatsächlich findet man bald eine Treppe, die nach unten führt. Sie führt ins Obsidianviertel, wo wieder einmal alles verzerrt und ungerade zu sein scheint. Während man eine scheinbar nicht enden wollende Gasse entlanggeht, sieht jeder die anderen an merkwürdigen Positionen: An den Wänden laufen, rückwärtsgehend, versetzt usw. Dann kommt man wieder zur Treppe zurück, die die Gruppe einzusaugen droht. Marie erträumt sich ein Seil und sowie die Gruppe dieses ergreift, stoppt der Sog.

Marie versucht nun, sich einen Weg heraus zu erträumen, ein Loch in den Wänden, doch das klappt nicht. Also ruft sie eine Vision herbei. Die Männer graben derweil im Boden und stoßen auf allerlei seltsame Dinge: Schmiedewerkzeuge, Würfel aus verschiedenen Materialien und eine merkwürdige Öllampe mit Katzen drauf. Derweil bekommt Lorentz heftige Hüftschmerzen und Buchstaben schälen sich aus seiner Hüfte. Er vermag sie jedoch nicht zu lesen. Maries Vision offenbart, dass sie an den Wänden laufen müssen. Sobald man dies tut, normalisiert sich die Sicht. Otto geht schließlich einen Schritt weiter und springt in den Himmel hinein, Marie tut es ihm ohne zu zögern gleich, da sie eine ähnliche Idee hatte, die anderen beiden folgen nach kurzem Zögern. Ohne einen Laut verschwindet einer nach dem anderen...

In Antiochia stößt man in der Gasse auf Henri, der ebenfalls Anzeichen des Wolfsteufelfluches zeigt. Er ist der Gruppe gefolgt, weil ihm die anderen zu wild waren und er in ihnen eher einen Schutz und eine Ablenkung für Feinde sieht. Als sich erneut bewaffnete Gegner nähern, ziehen er und Marie sich zurück, während die anderen die Männer, die im Dunkeln kaum sehen können, rasch dezimieren. Anna frisst sich endlich satt und wirkt nun auch wieder deutlich gesünder. Nun offenbart auch Lorentz Henri sein entstelltes Gesicht, worauf dieser panisch fliehen will, doch der Ritter packt ihn und schleudert ihn davon. Marie kann den Händler gerade noch beruhigen.

Etwas weiter trifft man schließlich wieder auf die Haupttruppe der Geprüften, allerdings sind diese wild am Plündern und Morden und selbst Bischof Berengar scheint erneut dem Blutrausch verfallen zu sein. Sein schwerer Umhang ist über und über in Blut getränkt und er rezitiert nonstop Bibelzitate. Otto ist völlig außer sich, bahnt sich einen Weg zu ihm und schreit dabei: "Bischof! Du Hurenbock! Wer hat Euch ins Hirn geschissen? Wir sollen der Prüfung widerstehen, nicht sie zelebrieren!" Lorentz unterbindet derweil halbwegs erfolgreich die sinnlose Ermordung weiterer Frauen und Kinder. Anna sieht ehrfurchtsvoll zum Bischof auf, der sich wieder im recht sieht in seinen Ansichten. Daraufhin greift Otto ihn an.

Angenehme Gerüche von Vanille und Schokolade liegen in der Luft. Die Gruppe befindet sich wieder in Zawra, in einem schier unendlichen Thronsaal. Nur einige Fackeln erleuchten die Säulen und einen riesigen Thron, um den ein Käfig gebaut wurde. Man kann weder Wände noch eine Decke sehen. Durch einiges angestrengtes Überlegen fällt der Gruppe nun nach und nach ein: Der Bettlerkönig Khulud hatte ein besonderes Erkennungszeichen, eine Öllampe, die mit violetter Flamme brennt. Derjenige, der die Lampe findet und entzündet, kann der neue Bettlerkönig werden. Alle Augen richten sich erwartungsvoll auf Andreas, der seine gerade erst gefundene Lampe hervorzieht und diese entfacht.

Als Otto den Bischof angreift, packt Anna gewaltsam das Bein des Mönchs und hält ihn so von der Attacke ab. Gemeinsam mit Marie kann Otto Berengar langsam wieder zur Vernunft bringen und als dieser bemerkt, was er getan hat, fließen Tränen über sein blutverschmiertes Gesicht.

Die Öllampe entzündet mit violetter Flamme und alle Fackeln im Thronsaal nehmen ebenfalls diese Farbe an. Leider macht die Lampe noch keinen neuen König aus. Erst muss sich der Anwärter mit Hilfe seines neuen Hofstaats beim Haushofmeister des früheren Bettlerkönigs bewähren. Diesen ruft man durch das Reiben der Lampe herbei. Aus der Dunkelheit erklingen Schritte und eine bekannte Stimme sagt: "Ah, Khulud, ein Erbe, endlich!"

Fazit

Eine wunderbar dynamische Runde mit vielen Sprüngen. Vielleicht wäre ein Fokus auf Antiochia, um diesen Teil abzuschließen, besser gewesen, aber auch so kam wieder ein interessanter Plot zustande, den ich nicht missen wollte.

Da der Bettlerkönig seit langer Zeit als verschollen gilt, wollten wir schon versuchen, in der Zeit zurückzureisen, um ihn in der Vergangenheit aufzusuchen. Dass Andreas die Lampe gefunden hat, war wahrhaftig ein geiler Zufall. Die Zufallstabellen in dem Buch sind wirklich sehr lustig.

Bei dem zweiten Rätsel sind wir nur dank SL-Gnade durchgekommen. Die offizielle Antwort wäre Schuh gewesen, aber Sattel machte für ihn auch noch genug Sinn. Für ihn war Schuh nur naheliegender, da dieser einen quasi durchs Leben trägt. Wir haben es allerdings etwas wörtlicher genommen, weshalb es auch ok war.

Und in Antiochia spitzt sich die Lage zu, da die Hälfte der Gruppe nur noch frisches Fleisch essen kann, tote Körper verursachen ihnen Übelkeit und sättigen sie nicht länger.

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