Donnerstag, 15. Juni 2017

Through the Breach: Legacy of Darkness

Nun sind wir also dazu gekommen, eine zweite Runde mit teilweise anderen Spielern zu spielen. Dieses Mal ist es ein etwas längerer Oneshot von Through the Breach, als beim letzten Mal. Dieser hier zeigt ein wenig mehr von der Welt. Das Abenteuer hat 6 vorgefertigte Charaktere, 3 männliche und 3 weibliche. Wir haben zu viert gespielt.

Die Gruppe spielt eine Expedition, die die Mumie einer großen Kriegsherrin, Kotaro Shu, in den Three Kingdoms (ein Zusammenschluss von China, Japan und Vietnam) ausgegraben hat und diese nun nach Malifaux ins Museum bringen will.


Die Charaktere

John Cortez hat bei Hahnenkämpfe alles verloren und konnte Schulden nicht zurückzahlen. Sein Schuldner Wei Lu ließ ihn durch ein paar Schläger wissen, dass er, um seine Schulden zu begleichen, eine Mumie in den Three Kingdoms ausgraben und nach Malifaux bringen soll. Ohne zu zögern stellte er eine Expedition zusammen, mit der er die Ausgrabungen problemlos durchführen konnte. Nun geht es zurück nach Malifaux.

Hong Chen lebte in den Three Kingdoms und wurde von Cortez als Bodyguard angeheuert. Da das Geld stimmte, überlegte er nicht zweimal. Er hält Cortez für einen Idioten, der sich durch sein Geschwätz immer wieder in Probleme bringen wird und daher wohl weiterhin einen Leibwächter benötigt.

Prof. Macey Warner hatte eine sehr wilde Kindheit mit ihren Spion-Eltern, wurde dann aber, als es zu gefährlich wurde, in ein Internat gesteckt. Sie schloss sich der Cortez-Expedition nur zu gerne an und ist auch völlig begeistert von all den Dingen, die sie dort fanden. Sie plant, die Expedition fortzuführen, sobald die Mumie sicher in Malifaux angekommen ist.

Tai Sung ist eine ehemalige Yakuza, die sich allerdings irgendwann mit dem Falschen angelegt hat und untertauchen musste. Durch Cortez gelangte sie endlich an eine Chance, das Land sicher zu verlassen und hofft nun, in Malifaux ein neues Leben beginnen zu können, auch wenn sie Cortez' Auftraggeber für eine eher zwielichtige Person hält.

Die Geschichte

Nach den Ausgrabungen und einer langen Reise ist die Expeditionstruppe endlich am Bahnhof in Breachtown (ehemals Santa Fe) angekommen. Hier warten sie auf den Zug, der sie nach Malifaux bringen soll. Als das mächtige Ungetüm einfährt, staunen alle: Vorne ist das Symbol der Gilde groß angebracht und der gesamte Zug ist mit dicken Stahlplatten verstärkt. Als die Gruppe die Mumie einladen will, wird sie jedoch von einem Wachmann der Giuld aufgehalten. Sergeant Garth hätte den Transport dieser speziellen Ware untersagt. Leider hat die Guild immer Recht, sodass ein Auflehnen gegen diesen Beschluss die Truppe nur in Schwierigkeiten bringen würde. So beschließt man, den Sergeant aufzusuchen und nach den Gründen zu fragen.

Der Mann hat ein kleines Büro, das vollgestopft ist mit Auszeichnungen. Er wirkt gereizt, doch die Schmeicheleien Maceys stimmen ihn etwas freundlicher. Auf die Nachfrage erklärt er, man habe schließlich ein Problem mit den Ressurectionists in Malifaux und eine Leiche dorthin zu befördern würde ihnen nur eine weitere Waffe liefern. "Mumie", korrigiert Macey und erntet nur einen abfälligen Blick, während der breitschultrige Hong noch versucht, sich bequem in seinen Stuhl zu setzen. Auf Mandarin flucht er darüber, wie klein die Stühle hier seien. Cortez derweil erklärt, man werde die Mumie in Museum bringen, wo ja die Guild selbst für ihre Bewachung sorgt. Mit einem "Ich hoffe für Sie, dass ich das nicht bereuen werde" stellt er die Transportpapiere aus und die Gruppe eilt los, um die Kiste, in der sich ihre Fracht befindet, einzuladen.

Auf dem Weg werden sie von einem Maler angesprochen, doch da man Zeitdruck annimmt, lehnt die Gruppe dankend ab. Cortez schlägt vor, den Sergeant zu malen, doch der Mann murmelt nur, dem dürfe er sich nicht mehr nähern. Beim Einladen der großen Box bemerken einige die vielen Kratzspuren an der Außenhülle des Zuges, was sie aber nur leicht beunruhigt. Der Zug selbst ist brechend voll und man findet nur noch bei einer jungen Frau Plätze. Als sie feststellt, dass drei der vier Neuankömmlinge ihre Muttersprache Mandarin sprechen, ist sie extrem erfreut und stellt sich als Xun Jiang vor. Sie hat wohl Arbeit in einer Fabrik bekommen und ist nun überglücklich, was sie dort jedoch tun soll, weiß sie noch nicht. Nur, dass die Bezahlung gut ist. Durch ein paar schmale Spalte in der Panzerung kann man derweil die Umgebung beobachten. Und dann taucht das Portal auf, ein großes, mechanisches Ding, aus dem ein bläuliches Glimmen dringt und aus dem blaue Funken sprühen. Dann senken sich die Platten und die Sicht wird versperrt.

Auf einmal hört das mechanische Rattern und Zischen des Zuges auf und ein Gefühl, als ob man schwebe, setzt ein. Man fährt anscheinend gerade durch den Breach. Dann erklingt plötzlich ein Kratzen und Schlagen von außen und einige der Passgiere, einschließlich Cortez, greifen instinktiv zu ihren Waffen. Xun dagegen versteckt sich ängstlich unter dem Sitz. Der erwartete Angriff bleibt jedoch aus und das seltsame Schwebegefühl lässt kurz darauf auch nach. Die Fahrt ist sicher überstanden und nach nur wenigen Minuten ist Malifaux City erreicht

Die Passagiere steigen aus und nahezu sofort fällt ihnen der berühmte Hanging Tree ins Auge. Gut ein Dutzend Leichen sind dort aufgeknüpft, an einigen hängen Schilder über ihre Vergehen. Xun macht sich eilig auf den Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle, während die Gruppe ihre Kiste holt und sich dann zum Museum aufmacht. Überall auf den Straßen patrouillieren Guild-Trupps, die die Neuankömmlinge jedoch nicht behelligen. Das Museum ist schnell gefunden. Vor ihm knien zwei etwa 3m große, imposante Statuen mit dem Widderkopf der Guild. Kaum im Inneren begrüßt der Museumskurator Prof. Marcel Alting sie überschwänglich und aufgeregt. Er führt die Gruppe in den vorgesehenen Ausstellungsraum. Auf dem Weg dorthin fallen einige Merkwürdigkeiten auf wie beispielsweise Dinosauerskelette mit zwei Köpfen oder ein menschliches Skelett mit Flügeln. Einige der Dinge scheinen Fälschungen zu sein oder aufgrund von Unwissen falsch zusammengesetzt. Marcey runzelt zweifelnd die Stirn. Für solche Stümper arbeiten sie? Der Ausstellungsraum für die Mumie ist noch leer, aber Marcel erklärt ausschweifend, welche Teile noch wohin sollen.

Gerade will er den Scheck für die Bezahlung ausstellen, da hört man einen lauten Schrei aus dem Eingangsbereich. Marcel geht nachsehen, sinkt dann aber nach einem kurzen Blick röchelnd zu Boden und ein Mann in einer blauen Kutte und einer auffälligen Schädel-Tätowierung im Gesicht tritt vor. "Geht weg vom ehrenwerten Vorfahren!", knurrt er. Es entbrennt ein kurzer, aber heftiger Kampf. Tai schaltet recht zügig den Anführer der Gruppe aus, während die anderen zwei der restlichen Angreifer erledigen. Die übrigen beiden fliehen. Tai fesselt den Anführer, dann sieht man nach Marcel, der einen Wurfstern in der Brust stecken hat. Hong erkennt, dass der Mann vergiftet wurde, aber nicht lebensgefährlich. Man hilft ihm. Tai findet derweil bei dem Angreifer eine Zeichnung von Xun mit einer Uhrzeit, wann sie in Malifaux ankommt und der Aufforderung, sie lebend zum Schrein zu bringen. Die Befragung des Gefangenen ergibt leider nicht viel Hilfreiches, außer, dass sie Wei Lu unterstellt sind. Um den, so weiß Macey, ranken sich etliche Gerüchte. Er soll seit Jahrhunderten leben und der mächtigste Nekromant überhaupt sein, allerdings nicht in den Diensten der Ressurectionists stehen. Tai hält das für Unsinn.

Nun aber ist die Frage, wie es weitergehen soll. Marcel fleht die Gruppe an, ihm zu helfen und die Mumie zu beschützen. Die fürchten sich jedoch vor Wei Lus Macht und sehen auch sonst keine Gründe, dem nachzugehen. Noch während der Diskussion springt der Angreifer, dessen Gruppierung übrigens als Gokudo bekannt ist, Hong an, der ihn aber niederringt. Schließlich verpasst Tai ihm eine heftige Kopfnuss, die ihn für längere Zeit ausknockt. Die Aussicht auf eine weitere Belohnung scheint zumindest Cortez zu überzeugen. Um Ärger mit der Guild zu vermeiden, welche die Mumie nun wohl konfiszieren würde, nimmt man sie mit und macht sich auf die Suche nach dem Schrein. Den Gokudo packt Hong in einen Sack und nimmt ihn mit. Falls die Guild sie aufhalten sollte, kann man ihn immer noch als gesuchten Verbrecher ausliefern.

Es geht also nach Little Kingdom, das asiatische Viertel Malifaux'. Dort erklärt Cortez, er kenne einige Leute beim Hahnenkampf, dort könne man ihnen gewiss aushelfen. Auf dem Weg dorthin findet man allerdings Xun Jiang. Sie bettelt, hat ein blaues Auge und ein paar Schürfwunden. Als sie die Gruppe sieht, kommt sie sofort zu ihnen. Anscheinend war der Brief, dass sie Arbeit bekäme, eine Lüge, sie sei nicht qualifiziert und die Person, die sie angeheuert habe, gab es in der Fabrik nicht. Auf dem Rückweg sei sie dann auch noch von einem maskierten Kerl überfallen worden und gerade so entkommen. Dabei hat sie jedoch ihr gesamtes Gepäck verloren. Hong, etwas genervt von dem Hin und Her, lässt unsanft den Sack fallen und hebt ihn dann schnell wieder auf. Als die Gruppe an einem Badehaus vorbeikommt, meint Cortez, man könne sich hier ja kurz ungestört unterhalten, doch Hong ist alarmiert vom Blick der Empfangsdame und meint eindrücklich: "Nein, wir haben keine Zeit dafür. Der Sack hier ist _sehr_ schwer und es wäre nicht gut, wenn ich ihn noch einmal fallen lasse." Enttäuscht, dass ihm die kleine Entspannung nicht vergönnt ist kommt Cortez mit und es geht zu einer Wäscherei, in deren Hinterzimmer sich die Hahnenkampfarena und eine Spielstube befinden. Auf dem Weg dorthin bemerkt Hong, dass man verfolgt wird, doch noch nähert sich niemand.

In der Glücksspielstube geht Cortez natürlich nicht sofort der Recherche nach, sondern spielt erst einmal ein paar Runden Karten, während die anderen den Sarg bewachen. Ein auffälliger Kerl mit Maske beobachtet sie dabei und kommt schließlich herüber. "Hey, was'n da in der Kiste?", will er wissen und Tai antwortet: "Ein Geht-Dich-Nichts-An." Hong streichelt dabei gut sichtbar über seine Peitsche, woraufhin der Fremde sofort zum Angriff übergeht. Er ist sehr schnell und teilt etliche Schläge aus. Als er schließlich bemerkt, dass er gegen die Übermacht keine Chance hat, versucht er zu fliehen, wird dabei aber niedergeschossen. Gegen ein kleines Entschädigungsgeld lassen die Betreiber die Gruppe in Ruhe und auch ein Hinterzimmer benutzen. Der Plan, den neuen Angreifer zu befragen, scheitert allerdings daran, dass er die Schüsse nicht überlebt hat. Dafür zeigt man nun dem Kerl aus dem Sack den Toten und er erkennt ihn als einen ihrer stärkeren Männer. Cortez überzeugt ihn schließlich davon, dass man doch auf der gleichen Seite stünde. Er solle die Mumie ja auch bei Wei Lu abliefern und so erklärt sich der Gokudo bereit, sie zum Tumbling Star Schrein zu führen. Xun bekommt daraufhin Panik und glaubt nicht, dass man die Bande nur austricksen will und versucht zu fliehen. Hong schnappt sie sich jedoch und wirft sie sich einfach über die Schulter.

Am Schrein kann man noch ein kurzes Schauspiel mitverfolgen, wie ein alter Magier einige Gokudo zusammenschreit, da sie weder Mumie, noch Mädchen zurückbringen konnten. Als Strafe lässt er einem von ihnen die Haut schmelzen, sodass die Innereien und Muskeln auseinanderquellen und der Mann unter Höllenqualen stirbt. Dann löst sich Wei Lu in Rauch auf. "Ja, scheinen wirklich alles nur Gerüchte zu sein", brummt Macey. Cortez beschließt, es sei vielleicht doch besser, die Mumie zu verbrennen und zündet sie an, Hong rennt schon mit Xun davon, als de Gokudo auf die Gruppe aufmerksam werden und auf sie zu sprinten. Tai bemerkt allerdings, dass die Mumie kaum brennt, sodass man schließlich bleibt und sich zum Kampf stellt - mit Ausnahme des flüchtenden Hong. Der trifft auf den Straßen von Little Kingdom bald wieder auf den Verfolger von vorhin, den er aber rasch besiegt. Dann fällt ihm ein, dass er ja eigentlich Cortez beschützen müsste, schnappt sich Xun und rennt wieder zurück. Die anderen schlagen sich derweil ganz gut gegen die Angreifer. Zwei davon sind schnell ausgeschaltet, doch Tai wird übel erwischt und leicht vergiftet, während Maceys Pistole die Kugeln einfach nur ausspuckt, statt zu schießen - wohl das Zündpulver vergessen. Also fuchtelt sie wild mit den Händen um sich, um sich irgendwie zu wehren.

Als kurz darauf die Angreifer endlich besiegt sind, kommt noch ein Gokudo mit erhobenen Händen aus dem Schrein und fragt, ob man verhandeln könne. Ohne ein weiteres Wort schießt Macey ihn an und er hastet zurück in den Schrein. Die Mumie scheint wichtig für den Nekromanten zu sein, daher überlegt man nun, wie man sie aus seiner Reichweite fernhalten könnte. Vielleicht könne man sie auf der Erde auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Da man sich jedoch nicht einig wird, stellt Cortez probehalber eine recht überzogene Forderung an die Gokudo und als diese ablehnen, bringt man die Mumie, die recht schnell aufgehört hat zu brennen und kaum beschädigt ist, zurück ins Museum. Xun gibt man Geld für die Rückfahrt und rät ihr, nicht zurückzukehren.

Fazit

Zunächst zum Szenario selbst: Unser SL hat sich durch etliche Oneshots gewälzt, von denen keines eine wirkliche Story hatte, die man spielen wollen würde. Auch dieses hier hat er nur genommen, weil es mit die "beste" Story hatte und sich ganz gut zum Erlernen der Mechaniken eignet. Ansonsten ist der Plot ziemlich langweilig und schnell durchschaubar: Nekromant braucht Mumie und ihre wiedergeborene Seele, um diese zu vereinigen. Von daher nicht besonders intelligent oder spannend. Abgesehen davon sollen die Gokudo eine gefürchtete Bande sein, davon haben wir allerdings nicht viel bemerkt. Ihre Entführungsversuche sind stümperhaft und wir haben sehr daran gezweifelt, dass sie wirklich etwas können. Ihr Anführer Wei Lu ist dann auch noch so ein Boss, den man an dieser Stelle nicht besiegen kann. Sein Auftreten wirkt wie bei einer Computerspielsequenz gescriptet: Haha, du kannst mich in diesem Encounter noch gar nicht besiegen, aber ich töte dich auch nicht! Das ist einfach nur lächerlich! Sowas ist schon im Konsolenspiel schlecht und im Rollenspiel einfach unverzeihlich dämlich. Da fühlt man sich total verarscht.

Zudem muss ich sagen, dass auch die Motivation, Xun zu helfen oder die Mumie zu beschützen, nicht gegeben ist. Das Mädchen kennt man aus einer fünfminütigen Gesprächssequenz und die Mumie und das Museum haben auch keine Bedeutung für die Charaktere, es fehlen Bindungen und motivationale Anreize für die Spieler. Bei uns wäre das Abenteuer an dieser Stelle beinahe zuende gewesen.

Abgesehen von dem Schweizer Käse von Abenteuer - wir hoffen, dass die Kampagnen besser sind - haben wir endlich mit den Originalkarten gespielt. Mit den richtigen Symbolen lief alles gleich deutlich flüssiger und die Kritik aus der ersten Runde, es sei zu langsam, hat sich nicht mehr bestätigt. Es lief angenehm flüssig und zufriedenstellend. Die Anschaffung ist also tatsächlich empfehlenswert! Die Karten sind auch sehr ästhetisch, von daher lohnt sich die Anschaffung doppelt.

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