Mittwoch, 25. Januar 2017

Cthulhu: Die Wilde Jagd Part 1

Da einige unserer Spielgruppe demnächst etwas weniger Zeit haben werden, haben wir beschlossen, zunächst eine Cthulhu Kurzkampagne zu spielen. Die Wahl fiel dabei auf "The wild hunt" oder auf Deutsch "Die wilde Jagd". Vorgabe waren Charaktere, die zu Ermittlungen taugen.

 

Die Charaktere


Amanda Folks: Eine Gerichtsmedizinerin.

Andrew Tailor: Tatortfotograf des FBI.

William Harborough: Ein Literaturdozent mit okkultem Wissen.

Kathrin Heathers: Eine Profilerin.

Patrick Murphy: Ein Polizist.


Die Geschichte


Es ist Montag, der 25. Oktober 2017. Die Charaktere kommen nach einer dringenden Einladung im Vista International Hotel unter und treffen sich dann in einem Besprechungsraum der Polizeiwache. Zu der Gruppe stößt Simon Magnus, ein äußerst enthusiastischer Vampir-Experte. Der Grund des Treffens sind zwei Mordfälle, die sich an den beiden Vortagen zugetragen haben. In der Besprechung, bei der neben dem Leiter der Ermittlungen auch ein Psychologe und ein Gerichtsmediziner anwesend sind, erfährt die Gruppe, dass jeweils Samstag- und Sonntagnacht kurz vor Mitternacht eine Frau in Soho ermordet wurde. Man befürchtet daher einen Serienmörder. Beide Leichen wurden blutleer aufgefunden, Todesursache ist jedoch Ersticken. Natürlich sieht Magnus in allem, was gesagt wird, nur Beweise dafür, dass ein Vampir am Werk sein muss. Der erste Mord wurde von einem Obdachlosen beobachtet, der sich hinter einer Statue von Columbus versteckte. Die Aufnahmen seines Verhörs wirken jedoch wirr, da er stark alkoholisiert war. Er berichtet von einem plötzlich aufziehenden Nebel, Gestank wie in einem Schlachthaus und einer Person, die er nur mit "Zäääähne! Diese Zähne!" beschreibt. Dies wirkt zunächst wie die wirre Fantasie eines Betrunkenen, doch die zweite Zeugin berichtet ähnliches. Sie war mit ihrer Freundin auf dem Rückweg vom Sport, als plötzlich Nebel aufzog, es furchtbar zu stinken begann und ihre Freundin dann plötzlich weg war. Als sie sich umdrehte, sah sie nur eine große Person mit furchtbaren Zähnen und tierhaften, sich bewegenden Körperteilen, die ihre Freundin emporhob. Der stechende Blick des Täters veranlasste sie zur panischen Flucht, jetzt ist sie katatonisch. Beide Opfer waren Frauen in ihren 20ern mt Blutgruppe A+ und ektomorpher Gestalt. Beide waren sehr sportlich und lebensfroh, eine verheiratet mit Kind, die andere ledig und Studentin.

Die Ermittlergruppe ist natürlich neugierig und sieht sich noch an diesem Abend die Leichen an. Amanda, die Gerichtsmedizinerin, die eigentlich am besten darauf gefasst sein sollte, kommt allerdings mit dem, was sie dort sieht und riecht am wenigsten von allen klar. Von den beiden toten Frauen geht ein bestialischer Gestank nach Verwesung aus, obwohl sie kühl gelagert werden. Dann erfährt das Team auch noch, dass sämtliche inneren Organe eingeschrumpelt sind, da ihnen auch das letzte Bisschen Flüssigkeit entzogen wurde. Augen und Haut dagegen sind vollkommen intakt. Auch finden sich an beiden Toten jeweils ein Stich mitten ins Herz. In diesem Stich wurde DNA gefunden, die die Blutgruppe des Täters, 0-, offenbart, nicht aber sein Geschlecht, was recht merkwürdig ist. Zudem erfährt die Gruppe von einer merkwürdigen, bläulichen Substanz, die unter den Fingernägeln der Frauen gefunden wurde. Sie scheint nicht organisch zu sein und sieht unter dem Mikroskop aus wie winzige Dreiecke.

William und Patrick beschließen derweil, Kontakt mit dem Oberhaupt der Vampir-Szene aufzunehmen. Das ist allerdings aktuell in Frankreich und die Sekretärin ist nicht befugt, nähere Auskunft zu geben. Etwas voreilig ruft Murphy bei seinen Vorgesetzten an und verlangt nach einem gerichtlichen Beschluss, der das Gespräch erlaubt. Der Professor ruft währenddessen einfach mal in Paris an und lässt sich dort verbinden, allerdings scheint das dortige Büro derzeit nicht besetzt zu sein.

Am nächsten Morgen plant die Truppe ihr weiteres Vorgehen. Vormittags sollen die Tatorte noch einmal angeschaut werden, der Obdachlose soll ausgenüchtert und anschließend noch einmal befragt werden, dann will sich die Gruppe aufteilen. Andrew und Amanda wollen die Obduktion noch einmal durchgehen, William will recherchieren und die anderen beiden wollen Zeugen und Angehörige befragen. Als dann die eigentliche Besprechung und Planung mit dem Rest des Ermittlungsteams beginnt, fängt sich Murphy wegen seines nächtlichen Anrufs erst einmal eine Rüge ein.

Es geht also zunächst in den Park, wo auch der Obdachlose aufgegriffen wird. Magnus, Kathrin und Murphy bleiben beim Wagen und die Profilerin versucht, das Vertrauen des Mannes zu gewinnen und ihm ein paar Informationen zu entlocken. Die anderen Drei schauen sich derweil am Tatort um, können aber nicht viel entdecken. William versucht die Perspektive des Opfers einzunehmen, glaubt aber, dass dieses von hinter der Statue gar nicht hätte sehen können. Amanda findet keine Spuren oder Hinweise auf den Standort einer vermuteten Nebelmaschine und auch die Bäume stehen zu weit vom Tatort entfernt, um einen Angriff von oben zuzulassen.

Kathrin erfährt derweil vom Zeugen, dass der Täter ein Nosferatu gewesen sei mit reflektierenden Pranken und Zähnen. Zudem habe er kein Gesicht gehabt, sondern nur ein Maul voller Zähne.
Die anderen bemerken unterdessen, dass ein Reporter oder Privatermittler sie beobachtet und rufen Murphy an. Dieser unterhält sich kurz freundlich mit dem Mann, welcher von einem Klatschblatt namens Daily Eye ist und die drei Ermittler für Kollegen von der Konkurrenz hält. Murphy spielt mit und schickt die Gruppe fort, man will sich am zweiten Tatort wiedertreffen.

Fazit


Wie man es von Ermittlungsarbeiten erwarten kann, war der Anfang ein wenig zäh. Es wurde viel ge- und vorgelesen und Szenen wie das Vorstellen jedes einzelnen Charakters und NSCs wurde mit wenigen Worten übersprungen. Ich frage mich, warum man es überhaupt noch so macht und nicht einfach so einsteigt: Ihr seid das Ermittlungsteam, das sind eure Chefs, kommen wir zum Fall. Kein großes Blabla vorher. Klar, die Charaktere sollen ja durchaus etwas Charakter erhalten, aber bisher habe ich noch nie erlebt, dass dieser Einstieg groß etwas dazu beiträgt.

Es gibt außerdem viel zu viele NSCs und unser SL hat schon einige rausgestrichen! Überhaupt kommt schnell der Gedanke auf: Die Gruppe unserer Vorgesetzten kann alles, was wir auch können, wozu brauchen sie uns überhaupt? Ja gut, sie sind dazu da, um uns ggf. zusätzliche Informationen zu geben, worauf wir aber bisher noch nicht wirklich zurückgegriffen haben. Und auch die ersten Taten unserer Charaktere erscheinen sehr sinnlos, da die Spurensuche vieles bereits abgedeckt hat. So hatte der Einstieg von Die wilde Jagd leider erstmal den Anklang von sehr viel Sinnlosigkeit, auch wenn es mich durchaus interessiert, was nun wirklich hinter den Morden steckt. An einen Vampir glaubt wohl niemand von uns, vielmehr spukt das Bild des Monsters von Pans Labyrinth den Spielern im Kopf herum.

Kurz gesagt: Thema interessant, Umsetzung des Anfangs recht zäh und schwach.

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