Montag, 12. September 2016

Two Ravens, 1. Akt: The raven and the coin - and some weird Graffiti

Ein paar Dinge vorweg: In dieser Runde werden wir ein bisschen strenger nach den Regeln spielen als in der alten Gruppe. Das bedeutet, wir dürfen zum Steigern nur den ersten Wurf in einer Stresssituation benutzen, nicht den generell ersten Wurf. Außerdem erhalten wir nicht nach jeder Runde Punkte auf unser Ziel, sondern nur nach Abschluss eines Pathes. Für den Anfang haben wir uns darauf geeinigt, dass wir Informationen sammeln wollen.

Für meine Betrüger-Identity habe ich außerdem zwei kleinere Artefakte erhalten (Feature: "Notgroschen", besteht aus erspartem und ergaunertem Geld und zwei vom SL ausgewählten Artefakten. Passt halt super zur Gruppe.). Das erste ist The lucky Flick mit 2 Significant Charges. Dieses Feuerzeug verleiht für so viele Runden, wie es Charges hat, seinem Träger Feuerimmunität. Außerdem geht jeder, der es öffnet, für ebenso viele Runden in Flammen auf. Mein anderes Artefakt habe ich jemandem abgenommen, der damit scheinbar Türsteher hypnotisiert hat. Es ist ein wunderschönes, kunstvolles Kartenspiel. Hält man es jemandem vors Gesicht, wirkt dieser wie betrunken. Jedenfalls hat Grace das so beobachtet. Mehr weiß sie leider noch nicht darüber.

Jetzt aber endlich zur Geschichte.

Wir haben uns im Grant Park zum Grillen eingefunden. Es ist der 10.6.2016, ein Freitag. Die Wetterprognose: Heiß, heiß, noch heißer. Im Park ist ziemlich viel los, aber wir haben ein halbwegs ruhiges Plätzchen gefunden. Travis packt ein paar Bratwüstchen aus. "Und was ist mit mir?", fragt Willow, die Quotenvegetarierin. Travis beginnt verschiedene Fleisch- und Würstchensorten aufzuzählen, die er mitgebracht hat. Dann wendet er sich an Grace. "Bei dir war ich mir nicht sicher. Ich habe hier Maiskolben, Paprika, ..."

Als das Essen endlich auf dem Grill liegt, erklärt Willow: "Ich wollte mit euch dringend über diese Sache mit den Tieren reden. Also die hier in letzter Zeit an die Bäume genagelt werden." Und das ist ja so furchtbar und überhaupt und wir sollten nachts im Park patroullieren und den Verursacher dingfest machen. Grace nickt verständnisvoll und fragt dann, ob sie denn wisse wie groß der Park sei, wo die Tiere aufgehängt wurden und wann. Um sich dahingehend zu informieren, wendet sich Willow direkt an ein paar Obdachlose in der Nähe. Die anderen lassen sie kopfschüttelnd ziehen und unterhalten sich über die Leichenteile, die man in der Mülltonne von Vincents Werkstatt gefunden hat. Willow ist schließlich ein Fool, was soll schon passieren, wenn sie etwas alleine angeht? Tja, nachdem sie herausfindet, dass der Killer auch Bärenfallen aufstellt und die Obdachlosen ihn gut finden, weil er ihnen quasi einfach zugängliche Nahrung durch die toten Tiere liefert, fängt das liebe Mädchen an zu weinen. Wir anderen kommen hinüber, um zu sehen, was los ist, woraufhin die Obdachlosen panisch fliehen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen lacht auch noch ein Kind Willow aus.

Travis lädt Sarah ein, worüber Vincent gar nicht erfreut ist. Aber vielleicht weiß sie ja irgendetwas über diesen Tiermörder. Oder generell wo wir in Kontakt mit anderen Eingeweihten treten können. Denn das war eigentlich unser Ziel. Bevor Willow angefangen hat zu reden. Wegen der tritt nun auch noch ein Parkranger an uns heran, der eine Beschwerde wegen Vertreibung der Obdachlosen erhalten hat. Die Situation klärt sich schnell auf und wir erfahren sogar noch beim Plaudern, dass es sogar zwei Bärenfallen gegeben hat. In eine ist sogar ein Kind geraten. Als Sarah schließlich eintrifft, erzählt sie, dass Kitty wohl zwei Kunden gehabt hätte, die vielleicht Informationen zu dem Tiermörder hätten. Nebenher begrüßt sie Vincent mit diversen Küsschen und peinlichen Spitznamen, sehr zur Belustigung von Grace. Willow dagegen schnallt mal wieder gar nichts. Sie lässt sich von Sarah mit einem Kaleidoskop bespaßen, mit dem man seltsame Geister in den Bäumen sieht. In der Stadt seien nicht so viele, erklärt Sarah, während reihum alle mal durchschauen. Und bei dem Graffiti, das in letzter Zeit überall auftaucht, könne man noch viel mehr sehen. Als Grace sie bittet, es sich ausleihen zu dürfen, lehnt Sarah vorerst ab. Dann bekommt sie plötzlich Verfolgungswahn und rennt davon. Vincent folgt ihr, während wir anderen zusammenpacken und uns aufbruchbereit machen. Wir wollen auf der Butterfly Wing weiterreden.

Vincent holt seine Verflossene schließlich ein und entdeckt dabei auf einem Parkplatz einige Jugendliche, die Graffitis sprühen. Unter anderem erkennt er darauf ein Farmhaus, einen roten Ball und einen Hund, dem keine Augen aufgemalt wurden. Die Bilder haben jeweils unterschiedliche Stile, gehen aber ineinander über. Einige der Jungs machen sich fluchtbereit, entspannen sich aber, als sie sehen, dass Vincent sich nicht um sie kümmert. Der überredet nun Sarah, mitzukommen. Die besteht jedoch darauf, zu Fuß zu gehen. Also fahren Grace und Travis in dessen Taxi und Vincent in seinem Wagen bereits vor, während Willow die ältere Frau beim Spaziergang begleitet. Unterwegs gehen die beiden durch eine Unterführung und Willow schaut sich ein Graffiti dort mit dem Kaleidoskop an. Sie sieht nichts, doch danach wird ihr kurz schwindelig und sie erkennt plötzlich eine verborgene Nachricht: Sometimes a coin is better spent than kept.

Während die anderen warten, nutzt Travis die Chance und fragt Grace, ob sie am Folgeabend mit ihm essen gehen möchte. Grace antwortet ganz diplomatisch, das würde sie abhängig von den weiteren Planungen des Teams machen. Dann kommen die fehlenden Damen an und alle begeben sich aufs Boot, welches natürlich mal wieder nicht abgeschlossen war. Grace rügt Willow, dann stürzt sich Travis auf den Kühlschrank, wo das Erdbeereis lagert. Sarah schläft auf dem Deck ein und wir machen mit unseren Planungen weiter. Travis hat für später einen Termin mit Kitty vereinbart und wir planen, am Folgetag ins Museum zu gehen, um uns dort umzuschauen. Zumindest hat Sarah erklärt, dort und in der U-Bahn würde man viele vom Okkulten Untergrund finden. Als Travis zu seinem Termin aufbrechen will, sieht er einige Jugendliche am Pier Graffitis sprayen und das Boot wegtreiben. Sofort will er versuchen, den Motor zu starten, doch (dank Patzer des Fools) ist kein Treibstoff im Tank und auch sonst kein Ersatz auf dem Boot. Wir treiben weiter hinaus und während Grace die Küstenwache anruft, erblickt der Rest tote Tierkadaver im Wasser treiben. Und dann steuert da dieses andere Boot auf uns zu. Keine Beleuchtung, kein Lebenszeichen an Bord, aber es trägt merkwürdigerweise denselben Namen wie unseres. Dann kommt es zur Kollision. Als wir wieder auf die Füße kommen, ist Vincent verschwunden. Wir sehen noch, wo er ins Wasser gestürzt ist und Travis springt hinterher. Vincent verheddert sich währenddessen in den Eingeweiden eines toten Hundes (dank 55er Patzer) und sinkt tiefer. Travis kann im dunklen Wasser nichts erkennen. Vincent schlägt von unten gegen das Boot. Sarah, noch immer schlafend, rollt beinahe von Bord, kann aber gerade noch gerettet werden. Vincent sinkt tiefer, schluckt Wasser, droht zu ertrinken (würfelt Patzer auf Patzer). Als die Frauen endlich die Knicklichter finden und sie Travis zuwerfen, ist es bereits zu spät...

Willow schreckt auf. Sie steht unter der Unterführung und hat plötzlich einen unangenem salzigen Geschmack im Mund, ebenso wie Vincent. Als die beiden Frauen am Hausboot ankommen, warten die anderen schon dort und haben sich über das Eis hergemacht. Eine Date-Anfrage hat es dieses Mal nicht gegeben. Aufgeregt erzählt Willow von dem Wachtraum, den sie hatte und in dem Vincent ertrunken ist. Nebenbei versucht sie, sich mit einem Eis zu beruhigen. Grace legt dann fest, dass sie sich morgen vielleicht doch besser die Graffits anschauen sollten: Ihre Lage, was sie zeigen, usw. Und je nachdem, wie dann noch Zeit ist, können sie ja noch das Museum besuchen. Dann muss Travis zu seinem Treffen mit Kitty, das er vorhin im Park arrangiert hat. Grace zieht ebenfalls los und Willow bleibt mit Sarah und Vincent zurück. Der Mechaniker sorgt auf Wunsch der Tierarzthelferin dafür, dass das Boot sicherer vertäut wird und überlegt bereits, was er dazu noch erfinden könnte. Willow durchkreuzt derweil das Darknet nach Hinweisen über den Tiermörder und den Collector (und würfelt natürlich eine 1, das beste Ergebnis).

Zusammengefasst erfahren sie und Travis, dass die Tiermorde möglicherweise mit dem Collector zusammenhängen. In beiden Fällen fehlen nämlich die Zähne. Bei den Tieren sind allerdings keine Pennies ins Maul gelegt worden, woran ja die menschlichen Opfer erstickt sind. Außerdem scheinen die Urbanomanten der Stadt ziemlich aufgebracht, da sie nicht den Park beherrschen und dieser vermutlich derzeit für ein Ritual genutzt wird, bei dem die Tiere eine Rolle spielen. Man streitet sich außerdem darüber, ob die Tiere mit einem Skalpell oder einer Heckenschere aufgeschnitten werden. Außerdem scheint es, als ob seit Beginn der Tiermorde vor drei Wochen vermehrt Graffitis über Tiere auftauchen und die Malereien häufiger das Wort Pennies enthalten.

Grace geht derweil auf einen Rave im Park, wo man sie für Lady Gaga oder einen anderen Star hält. Die Graffiti-Kids beobachten sie aus der Ferne. Von anderen Ravern erfährt Grace, dass die Jugendlichen angeblich Träume fressen würden oder sogar selbst Träume seien. Als sie versucht, einen aus der Gruppe zu sich zu locken, rennen sie weg.

Die Gruppe findet kurz darauf wieder zusammen, um sich auszutauschen. Willow wird plötzlich übel und erbricht Galle und einen Pennie, aber kein Eis, was sie kurz davor gegessen hat. Dann erscheint auf ihrem Ausschnitt ein Tattoo: He who inherits the pennie is supposed to spend a dollar. Sofort bricht Panik aus. Möglicherweise sind ja diese Graffitis Ursache dafür, dass Leute an Pennies ersticken! Schnell machen wir uns auf zum nächsten One-Dollar-Store, doch als wir zu Travis' Taxi kommen, sind bei diesem einige Teile durchtrennt und Öl tritt aus. Unter dem Wagen sieht man das Graffiti eines aufgeschlitzten Hundes. Travis rastet daraufhin beinahe aus. Vincent kann den Schaden leider nicht vor Ort beheben und lässt den Viaturgen daher sein Auto fahren. Nun, er will es zumindest. Als der Motor startet, klingt es, als klimperten Pennies im Motor. Und tatsächlich finden sich im Auspuff und im Motor jeweils ein Pennie, jedoch nichts, was das anhaltende Geräusch erklären würde. Nun beeilen wir uns. Zu Fuß geht es durch die Stadt, wo wir von einem Obdachlosen um Gel gebeten werden. Quasi synchron reicht jeder von uns ihm einen Dollar, doch Willows Tattoo verschwindet nicht. Besorgt kaufen wir dann noch im Laden und werfen unsere Pennies in die Spendenkasse. Noch immer bleibt die Botschaft auf Willows Haut. Kaum haben wir den Laden verlassen, niest Grace einen neuen Pennie aus. Dieses Mal möchte sie wissen, ob es sich dabei um ein Artefakt handeln könnte. Travis versucht das zu überprüfen, was allerdings katastrophal fehlschlägt (Fail mit Pasch, alle seine Ladungen sind weg).

Ziemlich frustriert und nicht mehr weiterwissend gehen wir weiter, als ein seltsames Geräusch aus einer dunklen Gasse ertönt und uns eine Spraydose entgegenrollt. Grace geht voraus, die beiden Männer ziehen ihre Waffen und Willow bleibt erst einmal zurück und nimmt die Spraydose an sich. Im fahlen Licht der Handytaschenlampen erkennt Grace zwei Bewegungen, eine in einer Mülltonne und eine am Ende der Gasse bei einer Tür, vor der irgendetwas liegt... Zuerst deutet sie auf die Tonne, in dem sie einen sterbenden, aufgeschlitzten Hund finden. Willow rastet daraufhin völlig aus und rennt vor zur Tür. Vincent folgt ihr lieber und öffnet die Tür, während Travis und Grace sich das andere Ding anschauen. Es ist ein aufgebauschter Mantel, unter dem scheinbar etwas - oder jemand - liegt. Als sie ihn wegziehen, ist da aber nicht. Nur ein Graffiti von einem kauernden Jugendlichen, der den Sprayern ähnelt. Mit der Vermutung, dass sich die Jugendlichen vielleicht in solche Zeichnungen flüchten können oder einen der ihren in eine eingesperrt haben, verwischt die Betrügerin das Bild, doch nichts passiert. Scheinbar hat sie sich geirrt.

Dann ist die Tür auf und die vier treten in ein stockfinsteres, verlassenes Warehouse. Willows und Vincents Handylichter erlöschen. Die Gruppe folgt Spuren, die im staubigen Boden gut sichtbar sind. Die Wände um sie herum sind über und über mit Graffitis besprüht. Dann hören sie es: Jemand steigt eine Treppe oder Leiter hoch. Grace und Vincent sprinten voraus, der Rest fällt zurück, stolpert und wird dann von den Bildern abgelenkt, die auf einmal Geräusche verursachen: Das Aufkommen eines Balles auf dem Boden, Hundegebell. Die anderen beiden bekommen auf ihrer Verfolgungsjagd nichts davon mit. Sie gelangen auf einen langen Steg. Grace verfolgt weiter den Flüchtigen und bemerkt dabei gar nicht, dass Vincent zurückbleibt. Auch er hat etwas gehört und spürt einen Luftzug, der hier gar nicht sein dürfte. Dann rollt ihm eine Spraydose vor die Füße. Unten rollt Travis tatsächlich ein roter Ball aus einem der Graffitis vor die Füße. Als er ihn mit dem Fuß berührt, erhält er eine Schreckensvision: Er hört und sieht nichts außer Pennies, die vor seinen Augen zu Boden fallen wie eine Kaskade und ihr Klang übertönt alles andere, auch Willows Rufe. Grace ist derweil ganz oben angekommen und sieht, wie die Jugendlichen gerade dabei sind, eine Tür zu sprayen. Um sie aufzuhalten, hält sie ihnen die Spielkarten entgegen, doch nur einer reagiert und starrt wie in Trance auf diese. Unten gerät derweil Travis in Panik und schießt und schreit. Davon aufgeschreckt gerät nun Grace in Furcht, dass die Jungs ihren Freunden etwas angetan haben könnten und greift den Erstbesten an. "Was habt ihr ihnen angetan?!" Auch Vincent ist in Panik geraten und rennt nach oben und auf die Jugendlichen zu. Unten schnappt sich Willow Travis' Handy und versucht, nach draußen zu kommen, doch die Tür ist verschlossen. Die Kids öffnen nun ihre Tür und springen hindurch, Vincent hinterher. Grace beruhigt sich derweil und auch Travis' Visionen lassen nach. Er ärgert sich eher darüber, dass Willow sein Handy geklaut hat und ihn stehen lassen wollte. Vincent kommt vor der Tür wieder nach draußen und sieht den Jugendlichen nach, wie sie fortrennen. Die anderen kommen kurz darauf durch die Tür nach und beschließen, für diesen Abend nach Hause zu gehen. Und so verlassen sie verwirrt die nächtliche Gasse.

To be continued...


Fazit: Es gab keine Diskussionen darüber, wie sich unsere Cabale überhaupt gebildet hat, was ich ganz gut fand. Das hätte uns womöglich wieder auf ein ganz anderes Ziel gebracht. Wir haben für uns einen Path festgelegt, nämlich Informationen zu sammeln und sind diesem auch ganz gut gefolgt. Schonmal zwei Dinge, die in dieser Runde besser gelaufen sind als in der anderen. Überhaupt ist hier viel mehr passiert und es war actionreicher als 90% der anderen Gruppe. Es hat uns allen super gefallen!

Dass gleich zu Beginn einer von uns gestorben ist/wäre, hat schon viel Spannung reingebracht, aber wer unseren SL kennt, der weiß, dass er sowas nicht am ersten Abend zulässt. Wir hatten aber auch Glück: Schlechte Würfe bei Action, gute bei der Infosuche. Dadurch haben wir uns dann auch 12% auf unsere Objective erwürfelt.

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