Samstag, 10. September 2016

Eine neue UA3 Runde

Am Donnerstag war es endlich soweit: Meine andere Spielgruppe hat mit UA3 angefangen. Jeder hat sich schon im Vorfeld viele Gedanken gemacht und es zeigte sich eine etwas andere Einstellung als in meiner alten Gruppe. Die hatte sich ja kaum Gedanken über Charaktere, Ziele und so weiter gemacht. In der aktuellen Runde standen die meisten Charakterkonzepte schon zu Beginn mehr oder weniger fest. Jeder hatte sich mindestens zwei Ideen zurechtgelegt und wir wollten auch gleich zu Anfang schon kommunizieren, wer nun was macht. Das ist allerdings nicht von UA vorgesehen.

Kleiner Tipp am Rande: Versucht gar nicht erst, einen einzelnen Schreiber auszusuchen, der das ganze Plakat macht. Das klappt sowieso nicht. Bei uns fing es schon damit an, dass jeder seinen Namen selbst aufgeschrieben hat und so führte sich das auch fort.

Stattdessen ging es los mit dem Ersten Schritt: Das Wer und Was. Hier durften wir wieder zuallererst festlegen, was für eine Cabale wir sein wollen. Wie heißen wir und was ist unser Ziel. Die ersten Vorschläge waren Artefaktjäger, Übernahme einer anderen Cabale, die Herrschaft der Katzen einführen und die Übernahme eines Konzerns und diesen dann zum Wohle der Armen einsetzen. Wir einigten uns letztendlich auf die Jagd nach Artefakten. Nur zu welchem Zweck? Andere vor ihnen schützen? Eigennutz? Macht? Nach einigem Hin und Her legten wir uns auf Geld und Macht fest. Ein paar der Pathes, die wir beschreiten wollen, sind die Suche nach einem Vikingerartefakt, unserer gegnerischen Cabale, der New Inquisition, einige Artefakte streitig zu machen und schließlich, den Collector ausfindig zu machen. Dieser ist bisher als Serienmörder festgelegt, wobei wir noch nicht wissen, ob er mit einem Artefakt mordet oder diese sammelt.

Anschließend haben wir überlegt, wo wir überhaupt spielen. Las Vegas und Miami wurden abgelehnt, ebenso wie D.C. Zu viel Polizei und Regierung und so. Eine kurzzeitige Überlegung war Hawaii, aber das hat dann doch keinen großen Anklang gefunden. Wir waren eigentlich alle eher so "Ist mir egal, wo wir spielen" drauf, aber eine Großstadt sollte es schon sein. Irgendwie kam dann Chicago auf, was alle ziemlich gut fanden. Aber wo dort? Handys und Tablets wurden angeworfen und Google kam ordentlich zum Einsatz. Schon witzig, wie lange man mit solchem Kleinkram beschäftigen kann. Irgendwann meine Till nur noch: "Nimm einfach das ganz oben rechts. Was ist ganz oben rechts?" Dank eines Werbebanners war da Lakeview. Hört sich klasse an! (Einen Tag später hat uns unser SL dann mitgeteilt, dass wir uns etwas nach Süden nach Loop verlegen, ebenfalls am See, aber passender für unsere Ideen und dazu verfügt er über Spielmaterial.)

Der nächste kleine Krampf war die Namensgebung unserer Cabale. Schnell waren wir bei Raben als Thema und der Vorschlag "Hugin und Munin" kam. Das war den anderen zwar nicht recht, aber Orden des Raben, Order of the Raven und weitere Abwandlungen kamen ins Gespräch. Und dann fing das große Lateinisieren an. "Ordo" sollte mit rein. Aber wie hieß nochmal Rabe auf lateinisch? Und wie dekliniert man das richtig? Am Ende standen Ordo Corvus (undekliniert) und Ordo Corvorum (dekliniert) sich gegenüber und wurden vorerst mit einem Fragezeichen versehen. Corvorus wäre zwar richtiger, hört sich aber blöd an. Naja, darüber konnten wir später immer noch nachdenken. Jetzt erstmal weiter.

Als nächster Punkt stand auf der Liste: Triggerevents. Wie sind unsere Charaktere in Kontakt mit dem okkulten Untergrund gekommen? Bei meinem Charakter war das Klar: Der Vater war ein Avatar des Gamblers und als der sein Töchterchen mal mit nach Las Vegas genommen hat, hat die bei einem Überfall in einem Casino eine Frau fliegen sehen. Und ja, das war eine absichtliche Anspielung auf das Abenteuer "Box". Wer Box noch nicht kennt, kann sich hier und hier einlesen. Ein anderer Charakter hat im Krieg gesehen, wie ein Feind einen seiner Kameraden ohne Waffe explodieren lassen hat. Godlike lässt grüßen! Die Geschichte von Tills Charakter war dagegen eher niedlich: Jedes Jahr zur selben Uhrzeit und stets am selben Tag schlägt ein Blitz in einen Baum ein. Zu diesem Event versammeln sich hunderte Menschen und nutzen die große Menge Strom, um zu fernsehen, zu grillen usw. Irgendwann erfuhr er dann, dass es sich dabei um ein Ritual handelt. Die andere Dame der Runde hat dagegen zusehen müssen, wie sich eine Person die Haut ausgezogen hat und danach noch weiterlebte. Passend zu diesem Erlebnis durften wir dann den Wert unserer Unnatural Gauge festlegen, also wie viele Hardened Marks wir bereits darin erhalten haben. Da mein Charakter in einer recht "magischen" Umgebung aufgewachsen ist, habe ich ihm die 5 verpasst, die wir maximal haben durften.

Dann wurde es interessant: Orte und NSCs durften festgelegt werden. Jeder von uns durfte sich eins davon aussuchen. Wir haben auch gleich drei Personen und einen Ort erfunden: Larry Fetcher, ein Avatar des Händlers, Sarah Shepard, eine Esoterikladenbesitzerin (da musste ich stark an meine andere Runde denken), Kitty Rouge, eine Prostituierte und Informationshändlerin und die Lonely Ride Werkstatt. An diesem Punkt ging eine ziemliche Diskussion darüber los, was wir für Charaktere spielen wollen. Die beiden Herren hatten sich beide Automagier ausgesucht und nun ging es darum, wie sie das regeln wollten. Klar, sie hatten beide noch Alternativen. Der SL unterbrach, dass die Identitäten jetzt noch nicht festgelegt werden sollten, aber ich bin ganz der Meinung der anderen, dass man für viele der Schritte schon ungefähr wissen muss, was man für ein Konzept verfolgt. Sonst endet das in so einem Chaos wie mit meinem ersten Charakter, mit dem ich anfangs recht unzufrieden war. Letztendlich einigten sich die beiden darauf, dass einer einen Adepten des Hackers spielt, den er sowieso lieber mochte. Ihm gehört die Werkstatt übrigens auch. Der Avatar des Hackers hat übrigens nichts mit Internethacking zu tun, sondern ist eher ein Baumeister und Erfinder.

Der nächste Schritt bestand nun darin, eine Obsession festzulegen. Für die meisten von uns war das recht einfach, aber auch hier wurde wieder klar, dass man schon wissen sollte, was man eigentlich spielen will. Die meisten Spieler haben nämlich ein Konzept im Kopf, wenn sie einen Charakter erstellen. Von daher wäre es meiner Meinung nach sinnvoller, die Wahl der Identität weiter nach vorn zu setzen, da sich auf ihr vieles aufbaut, nicht andersherum. Und überhaupt soll ja die Erschaffung bei UA3 begünstigen, dass die Charaktere zusammengehören und nicht jeder seinen Einzelkämpfer baut. Aber dieses "Überraschung! Ich mach dies und jenes!"-Prinzip ist dafür nicht ganz so ideal geeignet. Aber es ist gut, dass die Erschaffung gemeinsam vorgenommen wird, denn so kann man sich absprechen und die Figuren besser miteinander vernetzen. Die Wahl, wer man sein möchte, gehört trotdem meiner Meinung nach etwas weiter nach vorn.

So war dann aber die erste Identität erst der Folgeschritt nach der Obsession. Da haben wir eine Betrügerin (mein Charakter) mit Obsession Abenteuer, einen Taxifahrer (der Automagier) dessen Obsession seine Magie ist (von UA so vorgeschrieben), einen Mechaniker (der Werkstattbesitzer) mit einer Obsession für Antiquitäten und eine Tierarzthelferin (die zu diesem Zeitpunkt noch unsicher bezüglich ihrer magischen Identität war) mit Obsession ... Kosmetik... Dieser Schritt war der bisher am schnellsten abgehandelte. Wären wir ohne Vorideen in die Erschaffung gegangen, hätte das sicher etwas länger gedauert.

Um etwas mehr Konflikt in die Sache zu bringen durfte nun der SL einen NSC bauen und ihn mit uns verlinken. Das wurde dann Elias Thomson, der versucht, die Werkstatt zu verklagen, weil sein Auto da weggekommen ist. Damit war dann auch das Wer und Was abgehandelt und wir gingen über zum Warum. Hier durften wir zuerst unsere Beziehungen zu einem Teammitglied festlegen. Ich nahm mich gütiger Weise der kleinen Tierarzthelferin als Responsibility an und wurde selbst zum Mentor für Tills Charakter.

Dann endlich kamen die erlösenden magischen Identitäten: Mit von der Partie sind ein Avatar der Nackten Göttin, des Hackers und des Narren, sowie ein Viaturg, ein Automagier.Nachdem ich Till erklärt hatte, was mein Avatar überhaupt ist, meinte er nur, ich bliebe wohl nicht lange sein Mentor. Na, schaun wir mal. Konfliktreicher wurde es dann, als ich Andrés Viaturgen zu meinem Mentor bestimmte und er meinen als Favourite angab. Sprich, sein Charakter ist in meinen verliebt. Nicht gut bei meinem Avatar. Die stoßen nämlich gerne mal Menschen von sich, wenn die zu nahe kommen.

Schließlich durften wir noch was verlinken und unsere Beziehung zur Cabale festlegen. Keine große Sache. Nun ging es zum Background. Zwei weitere Shock Gauges durften verändert werden und ich denke, wir haben uns ganz nette, geschädigte Charaktere gebastelt. Dann ging es an Noble, Fear und Rage, also unsere Temperamente. Dieses Mal hatte ich mir da endlich was Nützliches überlegt, zumindest für Noble und Fear, aber beim letzten Punkt war ich wieder die Letzte und nahm dann einfach was eher zufällig Gewähltes. Dann durften wir unsere Obsession mit einer unserer Identitities verlinken. Regeltechnisch darf man dann immer, wenn die Obsession triggert, die Würfel bei dieser Identity drehen. Die Passions dagegen kann man jeweils nur einmal pro Spielabend aktivieren, dann aber auch für jede Probe verwenden.

Gegen Ende durften wir nochmals jeder ein Element in unsere Welt einfügen. Beispielsweise brauchten wir als Artefaktjäger dringend ein Museum! Die beste Idee kam aber von Lea, die uns ein süßes Hausboot zur Verfügung stellte, die "Butterfly Wing". Natürlich kitschig mit Schmetterlingsstickern und so. Da macht sie auch ihre Youtube-Videos, denn unser Avatar des Narren ist eine Beauty-Bloggerin und ausgebildete Tierarzthelferin. Schon lustig, aber recht nutzlos. Das weiß sie aber auch und es war ihre volle Absicht, den Charakter so zu gestalten. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen weiß sie noch nicht einmal, was sie ist, während der Rest von uns sich ihrer Identitäten voll bewusst ist. Okay, meine Dame vielleicht nicht ganz sicher, was sie genau ist, denn der Avatar der Nackten Göttin ist ziemlich neu.

Zum Schluss durften wir dann endlich unsere Identities mit Leben füllen. Das heißt, die insgesamt 120% auf sie aufteilen und Features festlegen. Unsere beiden Herren können natürlich mit Schusswaffen umgehen und unsere Bloggerin ist sowohl medizinisch, als auch psychologisch bewandert.

Nachdem das alles fertig war, setzten wir nun die Diskussion über unseren Cabalennamen fort. Da Till so gerne Bezug auf Hugin und Munin haben wollte, schlug ich "Two Ravens" vor und dass unser Symbol ein weißer und ein schwarzer Rabe sein könnten. Der Vorschlag wurde kurz überdacht und dann angenommen. Definitiv besser als Ordo Corvorum. Ich meine, so korrekt das auch sein mag, es klingt furchtbar und mit einer falschen Deklination will man ja auch nicht rumlaufen.

Ihr erinnert euch vielleicht noch aus der ersten Runde, dass es bei jeder Identity ein Substitute gab, welches eine Fähigkeit ersetzt, beispielsweise Knowledge. Leider ist in dem ganzen Chaos und den Unmengen an Infoblättern, die unser SL uns gereicht hat, untergegangen, dass wir dieses Substitute nicht zwingend einsetzen müssen, wenn wir darauf würfeln, sondern auch auf den (anfangs oft höheren) Standardwert zurückgreifen können. Diese Erleuchtung erhielten wir nun in der ersten Spielrunde, sonst hätte ich meine Werte anders gesetzt und doch noch eine dritte Identity genommen. Jetzt ärgere ich mich so ein bisschen.

Aber egal, die Gruppe steht jetzt und alle waren ziemlich gehypt, was nun kommen würde. Aber bis dahin hieß es: Eine Woche warten. Und hier dürft ihr noch einen Blick auf unsere wunderherrliche Mind-Map werfen:


Als nächstes stelle ich euch dann die Charaktere vor.

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