Dienstag, 26. Januar 2016

Shadowrun-Stress Teil 2

Interessiert durchstöbere ich das Inhaltsverzeichnis des Schattenläufer. Es scheint eine ganze Menge interessanten Backgrounds zu geben, jeweils über die verschiedenen Metamenschen und das Gesetz der Straße (Bushido 2.0). Die einzelnen Kapitel sind recht nett betitelt und die ein oder andere Formulierung lässt mich schmunzeln (Bärte: Zwerge oder Haushaltsunfriede).

Natürlich dürfen auch die metamenschlichen Unterornungen nicht fehlen: Nächtliche, Riesen und Gnome sind ebenso wieder mit im Team wie Naga, Pixies und Infizerte. Nur, dass die Nächtlichen jetzt plötzlich Nocturne heißen und SURGE jetzt Transformierte heißt. Mit einem Kopfschütteln beschließe ich, dass ich diese Umbenennung nicht mag. Ich bin da wohl ein Gewohnheitstier. Etwas konfus scheint mir auch die Anordnung der Vor- und Nachteilslisten: Die für die Transformierten ist direkt hinter deren Kapitel, wie es sich gehört, dann folgen Erschaffungsregeln für Infizierte und dann kommen die neuen, normalen Vor- und Nachteile? Dann gibt es ein paar neue Archetypen, gefolgt von den verschiedenen alternativen Erschaffungsoptionen, an deren Ende sich ein weiterer, einzelner neuer Vorteil verbirgt. Diese Logik erschließt sich mir leider nicht ganz, aber man wird sich wohl was dabei gedacht haben. Vielleicht.

Mit einem Grinsen nehme ich zur Kenntnis, dass es wieder detaillierte Baukastenregeln für den Lebensstil gibt. Ich habe sie zwar schon in den vorigen Editionen nie verwendet, aber irgendwie mag ich sie trotzdem.

Das letzte Kapitel schließlich ist wieder ein Ausrüstungskapitel. Ein recht interessantes, wie mir scheint! Hier findet man anscheinend fertig zusammengestellte Sets für jede Lebenslage und fein säuberlich nach Funktion geordnet. Das könnte außerordentlich nützlich werden, denn das Blättern in der Ausrüstungsliste und das einzelne Zusammensuchen jedes Kleinteils ist wirklich, wiiiiirklich mühselig. Und das sagt jemand, der Charaktererschaffung sonst über alles liebt!

Doch soweit bin ich ja noch nicht. Und eigentlich bin ich auf dieses Buch gekommen, um endlich meinen Charakter nach meinen Vorstellungen bauen zu können. Die Sets werde ich später noch besuchen gehen. Nun denn, auf ins Getümmel!


Vorsichtig werfe ich einen Blick auf das erste der drei alternativen Charaktererschaffungssysteme. Option 1 ist ein etwas flexibleres Prioritätensystem. Ist sicher ganz nett, aber wie ich es auch drehe und wende, ich komme entweder auf dieselben Werte wie beim Originalsystem oder ich erreiche noch unzufriedenstellendere Werte als vorher. Option 1 scheidet also aus. Aber wenigstens haben sie einen roten Kasten mit Kurzzusammenfassung - und einem unnötigen Teilsatz. LEUTE, ihr habt direkt daneben eine Prioritätentabelle stehen, wozu muss man da nochmal aufs Grundregelwerk Seite Haumichum verweisen???

Und btw, die begleitende Beispielerschaffung könnte man ebenfalls in einem eigenen Absatz und vielleicht in kursiv schreiben, damit es ü b e r s i c h t l i c h bleibt! Aber Übersichtlichkeit ist für SR ja eh ein Fremdwort, wozu reg ich mich also noch auf?

Die nächste Option ist das Lebensmodul-System. An sich eine sehr schöne Idee, verschiedene Lebensabschnitte einzeln auswählen zu können. Leider ist es dasselbe wie mit DSA: Man bekommt jede Menge Kram, den man gar nicht haben möchte. Nein, danke.

Die letzte Option ist das Karmasystem. Sehr schön! Endlich eine freie Erschaffung! Ich krame nach einem Schmierzettel, auf dem die Characktererschaffung nun endlich stattfinden soll - und ziehe ein bereits beschriebenes Blatt aus dem Stapel. Es scheint ein Notizzettel meines ehemaligen Mitbewohners, ebenfalls ein Rollenspieler, zu sein.

Kleines Rätsel: Was glaubt ihr, um welches Rollenspiel es sich hierbei gehandelt haben könnte?



Bei meiner Erschaffung fällt mir auf, dass die Autoren leider nicht die Tabelle zur Karmasteigerung eingefügt haben. Hätten sie ruhig tun können, wenn sie schon die Prioritätentabelle kopiert haben. So jedoch muss ich das dicke Grundregelwerk wieder aufschlagen und dort herumsuchen. Menno. Ihr macht es euren Spielern aber echt nicht leicht!

Im Geiste gehe ich noch einmal meinen Plan durch: Eine Elfe aus reichem Hause, vielleicht sogar mit echter SIN, die Ärztin ist und sich aufs Leben in der Wildnis versteht. Vermutlich ist es ihr Hobby, auf Survivalurlaubsreisen zu gehen oder so. Entsprechend braucht sie hohe Werte in Logik und Intuition. Als Wissenfertigkeiten sind Medizin, Zoologie, Parazoologie und Parabotanik geplant, doch dazu komme ich später, ebenso wie zu den Connections, zu denen ihr reicher Vater, ein Schieber, ein Hacker und ein Schmuggler zählen sollen.

Jetzt geht das große Gerätsel los: Steigere ich erst meine Attribute, meine Skills oder mein Geld? Oder wähle ich gar erst Vor- und Nachteile aus? Die übliche Reihenfolge besagt, dass die Attribute zuerst dran sind, aber mein Charakter ist in erster Linie eine reiche Schickse, also schaue ich mal, wieviel Kohle sie braucht. Viel Cyberware wird sie nicht bekommen, da bleibt mehr für andere Dinge.

Als ich das dicke Grundregelwerk vor mich lege und aufschlage kommt mir kurz der Gedanke, dass ich ja noch mein Szenario für Mittwoch vorbereiten muss. Egal, mache ich morgen. Ich will diesen Charakter endlich fertig bekommen.


Beginnen wir mit den Waffen: Meine Lady ist Ärztin, kein Killer und wird auch nicht sonderlich gut mit Knarren umgehen können. Einen Taser und eine Pistole zum Selbstschutz sollte sie trotzdem erhalten. Ich lege die Yamaha Pulsar und eine Ares Predator in den Warenkorb und wundere mich, was nochmal DK bedeutete. Irgendwann vor langer Zeit hatte ich das gelesen, jetzt auf die Schnelle finde ich es jedoch nicht wieder. Vermutlich war es aber Durchschlagskraft oder etwas dergleichen.

Dann fällt mir wieder ein, dass im Schattenläufer ja diese Sets zu finden waren, räume das dicke Grundregelwerk zur Seite und schaue in das andere Buch hinein. Es beginnt ziemlich gut: Grundausrüstungssets für den kleinen, mittleren und großen Geldbeutel werden angeboten, dazu die Kosten in Nuyen und Karma, damit man nicht umständlich umrechnen muss! Hier wurde eindeutig mitgedacht, supi! Es folgen weitere Sets, wobei ich an der Notwendigkeit einiger von ihnen zweifele. Wenn ein Set nur einen Gegenstand enthält, dann muss ich das eigentlich nicht extra aufführen. Einzig die Beschreibungstexte zu diesen sind nützlich, da sie Beispiele aufführen, welche Charakterklassen und in welchen Situationen man sie benötigt.Aber das hätte man auch anders abhandeln können.

Nach kurzer Zeit sehe ich nur noch Textpassagen und schwarze Boxen, die sich in einem Schachbrettmuster abwechseln, mein Gehirn schaltet ab. In diesem Chaos ist es schwer, die Überschriften zu entdecken, die anzeigen, bei welchen Sets man sich jetzt eigentlich gerade befindet. Besonders für müde Augen ein ziemlicher Design-Fail. Ich beschließe, lieber ausgeruht weiterzumachen und dass ich die meisten "Sets" besser selbst zusammenstellen kann, schreibe mir zwei Heraus, die nützlich sind und klappe dann das Buch zu.

Am nächsten Tag erhalte ich eine Nachricht: Es gibt einen downloadbaren SR5-Generator, zwar in Englisch, aber auch mit Karmagenerierungsoption. Hmpf.

To be continued.

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