Dienstag, 26. Januar 2016

Kurzes cthulhoides Chaos

Szenario: Ultima Ratio

Drei Personen, ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier, ein Ingeneur und eine okkultistische Antiquitätenhändlerin erwachen nach einem furchtbaren Traum, in dem sie durch ein Feuer sterben, auf einem langen Metallsteg.

Über ihnen geht es weit nach oben und nach unten ebenfalls. Man sieht weder Anfang noch Ende und an jedem Ende des Steges gibt es eine abgeschlossene Tür. Von irgendwoher ertönt ein leises Ticken wie von einer Uhr. Sind wir in einem Uhrenturm? Aber wie sind wir hierher gekommen? Und wer sind die anderen jeweils? Rasch wird sich vorgestellt, dann versuchen wir eine der Türen zu öffnen. Leider fällt dabei der Werkzeugkasten des Ingeneuers in die Tiefe. Währenddessen versucht die Frau, die andere Tür mit einer Haarnadel zu öffnen, was natürlich nicht funktioniert. Auch ein Schuss auf die Tür - der Offizier hat eine Pistole - reicht nicht aus.

Dann bemerken wir: Das Ticken kommt von einer Bombe! Jetzt muss rasch nachgedacht und gehandelt werden. Auf die Bombo zu schießen wäre zu gefährlich, leider haben wir nichts mehr, um die Drähte durchzuschneiden. Und selbst wenn wir etwas hätten, welchen der beiden sollten wir durchtrennen? Es wird nachgedacht, während das Ticken lauter und schneller wird. Nur noch enige Minuten bis zur Explosion. Schließlich kommt die Erleuchtung! Wir könnten uns in einem Zeppelin befinden! In der äußeren Schicht! So gefährlich es auch ist, man klettert nach unten, um den Werkzeugkasten zu suchen - und findet ihn tatsächlich! Zusammen mit zwei Leichen, beide erschossen. Der Offizier, in dessen Revolver zwei Kugeln fehlen, ahnt Schreckliches. In Windeseile und großem Geschick klettert der Ingeneuer zur Bombe hinauf, es wird abgestimmt, welcher Draht durchzuschneiden ist. Nur wenige Sekunden vor der Detonation schafft er es, den Countdown anzuhalten.

Nun haben wir etwas Zeit zum Verschnaufen. Der Dame ist die Situation nicht ganz geheuer, sie behält die Bombe im Auge, während den Offizier plötzlich Erinnerungen durchzucken: Er hat diese Männer erschossen! Sie haben ihn angegriffen! Er lacht. Das kann nur ein Traum sein! Er will sich in die Tiefe stürzen, im Glauben, ihm passiere schon nichts und er würde dann erwachen. Mit großem Geschick redet die Okkultistin ihm die Sache aus und der Offizier geht nun ruhig nachsehen, wer die beiden Toten sein könnten. Während er sucht, öffnet der Ingeneuer die beschäfigte Tür. Dahinter befindet sich ein großer Raum mit einer Kiste, auf die ein Älteres Zeichen gemalt wurde - mehrmals. Bei genauerem Hinsehen lässt sich erkennen, dass sich die Kiste bewegt. Ein fauliger Gestank breitet sich aus und dann beginnen zum Entsetzen der Frau die Schutzzeichen zu verblassen. Rasch unterrichtet sie ihre Gefährten davon und sucht panisch in ihrer Tasche. Tatsächlich findet sie ein Stück Kreide! Damit macht sie sich sofort ans Werk, zeichnet die Symbole nach - und dann erinnert sie sich: Sie war es, die die Symbole überhaupt hierdrauf gemalt hat! "Hier ist etwas Böses drin! Ich versuche es aufzuhalten, aber es zerstört die Schutzzeichen!" Die Männer wollen Hilfe holen, als ein Techniker den großen Steg betritt. "Wer sind Sie und was tun Sie hier auf der Hindenburg?" Man erklärt ihm, man habe eine Bombe entschärft und da sei ein seltsames Ding in einer Kiste, das versuche, auszubrechen. Der Techniker, den man anhand eines Tattoos als Mitglied der Thule-Gesellschaft identifiziert, ist erst geschockt, dann will er den Kapitän informieren. Als die Männer ihn daran hindern wollen, zieht er eine Waffe, wird jedoch vom Offizier vorher niedergeschossen.
Währenddessen malt die Okkultistin so schnell es ihr möglich ist, die Zeichen nach, doch mehr und mehr dringt eine seltsame Flüssigkeit aus der Kiste und zerstört ihr Werk schneller, als sie nachmalen kann. Die Kiste rappelt immer stärker. "Die Bombe! Ich kann es nicht zurückhalten! Wir müssen es in die Luft jagen!" Dann bricht etwas aus dem Holz heraus und packt sie. Schreiend kann sie sich befreien, doch ihre Hand ist verätzt und schmerzt. Es gibt keine andere Wahl: Wir müssen uns opfern für das Wohl der Menschheit! Der Ingeneuer setzt die Bombe zusammen. Die Tür fliegt auf und ein Dutzend bewaffneter Männer stürmt herein. Noch drei Sekunden. Die Kiste birst in einem lauten Krachen. Noch zwei Sekunden. Schreie und Verwirrung. Noch eine Sekunde. Tick. Tick. Dann eine Explosion. Die Vision, die Schmerzen, als wir von den Flammen verzehrt werden, alles wird wahr. Und dann erinnern wir uns. Wir wollten Deutschland verlassen. Die Frau ist Jüdin und war mit ihrem Bruder unterwegs, der dann aber von zwei seltsamen Mänern abgefüllt und verschleppt wurde. Wir haben mitangesehen, wie er in die Kiste geworfen wurde, wir wollten ihn retten, dabei wurden die beiden erschossen, die jetzt unter dem Steg liegen und das Betäubungsmittel für das Monster ging zu Bruch. Der Ingeneuer baute rasch eine Bombe, die Antiquitätenhändlerin versuchte das Wesen zu bannen, dann benebelte uns der Dampf des Betäubungsmittels und wir versanken im Reich der Träume.

Fazit: Ein kurzes, knackiges Szenario mit sehr viel Spannung. Zu Anfang hält man sich für Retter, doch dann erkennt man, dass man selbst der vermeintliche Attentäter war. Nach und nach fügt sich das Puzzel zusammen und man ahnt, dass man es wohl nicht lebend schaffen wird. Man muss sich opfern, um viele Menschenleben zu bewahren. Auch wir hatten eine kurze Diskussion, ob wir das wirklich tun wollen, doch als sich die Situation zuspitzte, gab es keine Fragen mehr. Ein schönes Szenario für Zwischendurch, wenn man mal nicht so viel Zeit hat.

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